Airpods Pro

Alle Welt hat gestern eine Ankündigung des iPhone SE 2 erwartet, doch stattdessen verschickte der Hersteller eine andere Pressemitteilung. Dabei handelt es sich um ein Zwischenupdate der Airpods Pro.

Doch die Änderungen bei den neuen Kopfhörern von Apple können sich durchaus sehen lassen und zwar im direkten Sinne. Denn Apple verkauft ab heute in seinem Store zwei Varianten der Airpods Pro – in herkömmlichen Weiß und in Schwarz. Die schwarze Variante ist wenige Stunden nach dem Verkaufsstart bereits hoffnungslos ausverkauft: Der früheste Liefertermin nach München ist beim Redaktionsschluss am frühen Morgen des 1. April rund zwei Wochen später am Montag, den 13. April möglich. Das wundert uns ein bisschen, vermarktet doch Apple die neuen Kopfhörer als absolutes Exklusiv-Produkt, indem die Software die Kopplung nur mit schwarzen Modellen des iPhones erlaubt. Auch über den Preis wird die Exklusivität signalisiert – die neuen Kopfhörer sind um knapp 20 Euro teurer und sind für 299 Euro zu haben.

Neue Funktionen

Hätte Apple seine Airpods Pro nur schwarz angemalt, wäre dies schon berichtenswert, waren doch die Earpods und später die Airpods ausschließlich weiß. Doch der Hersteller hat nicht nur die Farbe geändert. Bereits seit geraumer Zeit gab es Gerüchte, dass die Airpods mit einer matten Oberfläche kommen werden. Das ist nun bei der schwarzen Variante der Fall. Ob sich dabei der Tragekomfort geändert hat und womöglich die Kopfhörer wegen der neuen Oberfläche noch fester in den Ohren sitzen, müssen unsere Tests zeigen. Was bereits feststeht: Die neuen Kopfhörer sehen todschick aus.

Das Audio-System bleibt wohl das gleiche wie schon bei den Vorgängern: Drei Mikrofone, ein Tieftöner und ein Verstärker. Offenbar hat der Hersteller einen neuen Chip eingebaut – H2. Apple schweigt sich über die Spezifikationen von seinen Chips außer dem einen iPhone aus, doch man kann nur vermuten, welchen Leistungssprung der Prozessor gemacht hat. Neben den zwei Modi bei Airpods Pro kommt ein dritter – Immersive Mode. Ähnlich wie beim Transparenzmodus werden die Hintergrundgeräusche weiter gegeben, doch im Unterschied zu dem Vorgänger arbeitet dabei noch künstliche Intelligenz: Die Geräusche fügen sich nahtlos in die gerade abgespielte Musik und werden zu einem einmaligen Soundtrack. Die Idee klingt äußerst interessant, imitiert doch auch die Musik Vogelgezwitscher oder Wettererscheinungen. Wie gut oder schlecht dies in jedem einzelnen Fall umgesetzt wird, muss man in der Praxis ausprobieren.

AAR – Audio-Augmented Reality

Ein weiteres Feature, das mit den neuen Airpods in der Kombi mit dem iPhone möglich ist, ist die Navigation einer Fußgängerroute mit Siri im Ohr. Ja mei, denkt sich der erfahrene Nutzer, das war doch schon auch mit den früheren Karten-Varianten möglich, nur halt im Auto. Korrekt, sagen wir, doch das ist nicht mal die Spitze des Eisbergs, das ist eine Schneeflocke auf der Spitze des Eisbergs. Chris Schabernenko, Senior Engineer der Abteilung AAR, erklärt in einer Pressemitteilung die Besonderheit: Die Herausforderung einer Fußgängernavi ist eine hohe Genauigkeit, bis auf wenige Zentimeter genau. Dazu kann man nur schwer die Richtung feststellen, in die gerade der Nutzer schaut, sobald er steht. Das passiert bei einem Spaziergang deutlich öfter als im Auto: Ampel, interessante Schaufenster, ein Bekannter auf der Straße, Kaffeestopp etc. "In einer einmaligen Kombination von iPhone und Airpods ist uns gelungen, immer genau zu wissen, in welche Richtung der Träger gerade schaut. Die Hauptarbeit übernehmen die neuen Airpods mit dem H2-Chip. Dieser wertet die Signale von Bewegungssensoren in den beiden Kopfhörern aus und schickt den relativen Standort, also relativ zum iPhone, an denselbigen. Dieses kombiniert dann die Daten mit den Ortsdaten auf der Karte und weiß immer, ob der Nutzer gerade nach rechts oder nach links abbiegen soll."

Doch damit nicht genug. Die neue Abteilung AAR ist bei Apple dem Bereich AR unterordnet und steht für Audio-Augumented Reality. Bislang hat Apple stark in die Augmented Reality investiert, die Forschungen beschränkten sich auf den Bereich von visuellen Effekten. Doch ein Mensch nimmt neue Informationen von der Umgebung nicht nur visuell wahr, sondern setzt auf weitere Sinne, unter anderem das Gehör. Warum also nicht diese Möglichkeit ausnutzen, vor allem wenn die neue Brille wohl noch weit entfernt ist und das ständige Schauen auf den iPhone-Bildschirm womöglich störend ist? Möglich ist in dem Bereich sehr viel. Ein Assistent im Ohr kann den Nutzer auf die Abfahrtszeiten der Haltestelle hinweisen, zu der er sich gerade begibt. In einem Geschäft kann Siri einen ganz genau zum Regal lotsen, wo sich gerade die Frischhefe versteckt. In einem Museum hat man einen Kunsthistoriker nicht vor sich, sondern im Ohr. Kurzum, den Anwendungsmöglichkeiten der AAR sind keine Grenzen gesetzt, ob dies ein Erfolg wird, wird wie immer der Nutzer und die Anbieter der Inhalte entscheiden.

Zumindest ein Vorteil hat jedoch die neue Lösung der herkömmlichen visuellen AR: Die Kopfhörer fallen nicht so auf wie eine Brille oder eben ein iPhone vor der Nase. Man kann sich von Siri sehr unauffällig steuern lassen.

Nachhaltigkeit

Eine weitere Neuerung findet sich nicht direkt unter den technischen Daten der neuen Airpods, sondern auf der Service-Seite im Support-Bereich. In der Abteilung "Batterietausch" hat Apple die Preise für den Tausch eines neuen Airpods-Akkus etwas reduziert. Statt 55 Euro kostet der Batterie-Service nun 29 Euro, Apple weist nun darauf hin, dass die kleinen Batterien wirklich ausgetauscht werden. Vormals hat man in solchen Fällen einfach neue Ersatz-Kopfhörer erhalten. War die Batterie hinüber, musste der Airpod entsorgt werden. Offenbar hat Apple Möglichkeit gefunden, die kleine Akkuzelle im Inneren so zu befestigen, dass man sie später leichter aus der Schacht herausnehmen kann. Das kann freilich nur ein Techniker im Apple Store mit dem speziellen Werkzeug erledigen, aber immerhin. Ein Schritt in die richtige Richtung!

Fazit:

An der Oberfläche der neuen Airpods hat sich nur die Farbe geändert, im Inneren aber sehr viel. Würden wir also die neuen Kopfhörer empfehlen, selbst wenn man vor einem halben Jahr bereits die neuesten Airpods Pro gekauft hat? Absolut nicht! Denn nichts, was in der vorherigen Ankündigung steht, stimmt. Wir haben uns das alles ausgedacht. Unsere langjährigen Leser und Newsletter-Abonnenten wissen, dass wir uns am ersten April den einen oder den anderen Spaß erlauben. Nicht anders ist es in diesem Jahr, wir haben im Text ein paar Hinweise darauf, dass dieser nicht ganz ernst gemeint ist. Wenn Sie, lieber Leser, von einer Quelle kommen, die Ihnen die Seriosität dieses Artikels suggeriert hat, müssen Sie sich fragen, ob diese Quelle dann tatsächlich vertrauenswürdig ist.