Luna, das neue Spiele-Streaming von Amazon

Amazon hat mit Luna einen Spiele-Streaming-Service angekündigt, der auf PC, Mac, Fire TV sowie iPhones und iPads laufen soll. Letzteres ist überraschend und funktioniert nur unter Umgehung bisheriger Wege, auf denen Microsoft mit xCloud und Google mit Stadia nicht weit kamen. Denn Apple untersagt mit seinen Richtlinien Apps für Game-Streaming mit der Begründung, dass die Anwender keine Sicherheit bekämen, was da auf ihre Geräte gespielt würde. Amazon deutet aber an , optional auf Web-Apps zu setzen, die sich ganz normal mit dem Browser aufrufen lassen, Apple kann dagegen keine Vorbehalte haben.

Amazon kooperiert bei Luna mit Ubisoft und kann daher Titel wie "Assassin's Creed Valhalla", "Far Cry 6" oder  "Immortals Fenyx Rising" anbieten, neben Spielen wie "Resident Evil 7", "Control", "Panzer Dragoon", "A Plague Tale: Innocence" und "The Surge 2". Die Spiele laufen in 4K mit bis zu 60 fps, verspricht der Anbieter, zum Start stehen 100 Games zur Auswahl, mehr sollen kommen. Luna soll anfangs 5,99 US-Dollar im Monat kosten und damit nur wenig mehr als Apple Arcade. In den USA können sich interessierte Gamer bereits um Early Access bewerben.

Amazon hätte aber auch noch die Möglichkeit, jedes der über Luna gestreamten Spiele einzeln in den App Store zu bringen, um Apples Anforderungen zu genügen. Doch macht Apple bei Amazon an anderer Stelle schon Ausnahmen, Kindle und Amazon Prime sind als Anbieter von "Medien-Streaming" von der Regel ausgenommen, dass jeder Inhalt der Kontrolle des App Store unterliegen soll. Zudem hat Amazon offenbar Sonderkonditionen für den In-App-Kauf von Büchern oder Filmen bekommen und muss deutlich weniger als die sonst geforderten 30 Prozent Provision abführen. An der Frage des Apple-Anteils und vor allem an dessen Höhe hat sich im Spätsommer der Streit Apples mit dem Fortnite-Anbieter Epic Games entzündet, auch Spotify beschwert sich seit langer Zeit über die App-Store-Gebühren, die bei Abonnements im zweiten Jahr auf 15 Prozent reduziert sind.