A14-Chip

Die Zukunft ist da. Ja, in dieser Woche kommen das iPhone 12, das iPhone 12 Pro und das iPad Air auf den Markt. Aber es ist auch die Woche, in der wir alle endlich das neueste Prozessordesign von Apple kennenlernen. Der A14 ist da, und er wird im nächsten Jahr eine wichtige Rolle im gesamten Apple-Universum spielen.

Warum er wichtig ist

Das iPhone würde wahrscheinlich weiterhin ein beliebtes Produkt bleiben, selbst wenn seine Geschwindigkeiten mit denen von Android-Handys der Spitzenklasse vergleichbar wären. Aber wir mussten diese Theorie schon lange nicht mehr testen, denn seit Apple damit begonnen hat, eigene Prozessoren zu bauen, hat es sich immer schneller von der Konkurrenz abgesetzt.

In den letzten Jahren, als die neuen iPhones und die von Apple hergestellten Prozessoren der A-Serie eingetroffen sind, haben die schnellsten Smartphones auf dem Android-Markt noch nicht die Leistung des iPhone vom letzten Herbst erreicht. Ja, es ist wahr – Apple hat den Markt überholt. Und da Apple der einzige Smartphone-Hersteller ist, der Apples Prozessoren verwenden kann, verschafft es Apple einen enormen Vorteil gegenüber der gesamten Konkurrenz.

Das Chip-Design-Team von Apple war bemerkenswert konsistent mit dem Geschwindigkeitswachstum bei traditionellen Prozessormetriken wie sie vom Benchmarking-Programm Geekbench ermittelt wurden. Hier ist der Fortschritt der letzten fünf Prozessoren der A-Serie in Bezug auf die von Geekbench gemessene Leistung von Einzelkernprozessoren.

A14 Single Core

© Macworld

Es ist eine bemerkenswert konstante Verbesserung, etwa 20 Prozent pro Jahr. 20 Prozent scheinen nicht viel zu sein, aber es ist weit mehr als die Intel-Prozessoren im Mac von Jahr zu Jahr schaffen. Und wenn Sie von Ihrem iPhone oder iPad auf das neue Gerät nur alle paar Jahre aufrüsten, verwandeln sich diese 20 Prozent jährliche Verbesserung in viel dramatischere Geschwindigkeitssteigerungen.

Das gleiche Bild ergibt sich, wenn es um die Multi-Core-Leistung geht.

A14 Multi Core

© Macworld

Über die CPU hinaus

Natürlich macht Apple auch in anderen Bereichen Fortschritte. Apples Prozessoren sind nicht nur CPUs, sondern auch GPUs, und auch die Grafikleistung ist bemerkenswert gestiegen. Der GPU-Wert des A14 im iPhone 12 Pro ist 25 Prozent schneller als der des A13 im iPhone 11 Pro.

Und obwohl es im Moment schwierig ist, dies mit einem Benchmark-Test zu messen, behauptet Apple, dass nicht nur der A13-Prozessor beim Maschinellen Lernen dramatisch schneller war als der A12, sondern dass die Neural Engine im A14-Prozessor 80 Prozent schneller ist als die im A13.

Tatsächlich ist es nicht schwer, zu erkennen, dass die CPU- und GPU-Leistung zwar von entscheidender Bedeutung ist, um weiter voranzukommen, dass aber der Bereich, in dem die größten Fortschritte erzielt werden sollen, das Maschinelle Lernen ist – was wiederum die Funktionen vorantreibt, die auf das Maschinelle Lernen in iPhones und iPads setzen.

Wichtig auch für Mac- und iPad-Pro-Benutzer

Der A14 ist also wichtig. Noch mehr Bedeutung fällt ihm zu, wenn man bedenkt, dass auch künftige Macs und iPads Pro den Prozessor eingebaut bekommen.

Am offensichtlichsten ist, dass das iPad Pro derzeit von einem A12Z-Prozessor angetrieben wird, bei dem es sich im Wesentlichen um eine zwei Jahre alte Technologie handelt. Leicht vorherzusagen, dass es Anfang nächsten Jahres ein neues iPad Pro mit einem A14X-Prozessor geben wird. Im Allgemeinen verfügen die X-Varianten der Prozessoren der A-Serie über mehr Prozessor- und Grafikkerne, um auf Geräten, die etwas mehr Schwung benötigen als das iPhone oder ein iPad der Mittelklasse, eine hohe Leistung zu erzielen.

Der A14 hat nur zwei leistungsorientierte Kerne. Er ist 56 Prozent schneller als der A12. Nun stellen Sie sich ein iPad Pro vor, mit vier Hochleistungskernen auf einem A14X. Das aktuelle iPad Pro ist bereits schneller als viele Laptops – und das nächste wird wahrscheinlich mindestens 50 Prozent schneller sein.

Und schließlich ist da noch der Mac. Seit der Ankündigung "eines Mac mit Apple Silicon" in diesem Sommer – mit der Auslieferung der ersten Macs noch bis Ende 2020 – hat das Unternehmen Stillschweigen darüber bewahrt, was genau als Nächstes passiert. Aber es ist schwer vorstellbar, dass diese Macs nicht von einer Variante auf dem A14 getrieben werden, egal ob sie den Namen 14 trägt oder ob sie als etwas anderes umbenannt wird. (Namensvorschläge: M14, X14, A14M, G6).

Wie wird dieser Prozessor aussehen? Apple hat bereits gezeigt, dass es in der Lage ist, die Leistung zu steigern, indem es den iPad-Pro-Varianten seiner Chips Kerne hinzufügt. Ein Einsteiger-Mac könnte natürlich einfach eine Version des iPad-Pro-Prozessors verwenden. Aber ich gehe davon aus, dass Apple für eine höhere Mac-Leistung noch mehr Prozessor- und GPU-Kerne einführen würde. Und ich bin sicher, dass das Unternehmen noch ein paar Tricks in petto hat.

Aber würde jemand dagegen wetten, dass die ersten Macs von Apple mit Fünf-Nanometer-Chips auf der Basis des Apple A14 betrieben werden? Ich glaube nicht. Seit dieser Woche ist die Zukunft da. Sie ist nur noch nicht gleichmäßig verteilt.