iOS 11.3 veröffentlicht: Akku-Verwaltung, neue Animojis

Peter Müller |
Ohne öffentliche Beta-Phase und nach knapp drei Wochen nach dem letzten Update kommt das iOS 11 in der neuen Version.
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AR geht die Wände hoch

ABC News

Update vom 25. April:

Apple hat in der Nacht das Update auf iOS 11.3 veröffentlicht, um vorwiegend einige Sicherheitslücken zu schließen. Während das zeitgleich erschienene Security Update für macOS 10.13.4 sich allein darauf konzentriert, bekommt iOS 11.3.1 auch einen weiteren Fix. Auf einigen iPhone 8, die mit nicht originalen Ersatzteilen repariert wurden, konnten Touch-Eingaben nicht funktionieren.

Die Sicherheitslücken betrafen eine Speicher-Korruption im Crash-Reporter und Spoofing in LinkPresentation, auch im WebKit hat es zwei Fehler gegeben.  iOS 11.3.1 ist über die Einstellungen > Allgemein von iOS erhältlich, das Update in jedem Fall zu empfehlen.

Update vom 31. März:

Es ist soweit: Apple hat am Abend des Gründonnerstag iOS 11.3 veröffentlicht. Neben einigen neuen Animojis für das iPhone X bringt das Update vor allem eine nützliche Funktion für iPhone 6 aufwärts: Battery Health, noch in einer Beta-Fassung. Lässt der Akku nach einiger Zeit nach und kann nicht mehr die volle Spannung liefern, drosselte Apple bisher die CPU, um spontanes Abschalten zu verhindern. Das hat vor allem für Unmut in der Szene gesorgt, weil Apple diese Systemfunktion ohne Ankündigung eingeführt hatte. In iOS 11.3 können Nutzer nun in der neuen Einstellung selbst entscheiden, ob und wie die Geschwindigkeit des Prozessors reduziert wird, wenn die Batterie schwach wird.

Weitere Neuheiten in iOS 11.3 sind Verbesserungen bei der Augmented Reality (AR), die gewissermaßen nun auch die Wände hoch geht. Seit iOS 11 dienten ebene , horizontale Flächen wie Tischplatten oder der Boden als Grundlage für AR-Erfahrungen, nun kann man sich auch an vertikalen Flächen wie eben Wänden ausrichten.

Zunächst in den USA und Kanada gibt es den Business Chat in einer Beta-Version, Unternehmen können sich auf diese Weise mit ihren Kunden in Verbindung setzen und Geschäfte abschließen oder vorbereiten. Auch eher für Nordamerika interessant sind die Health Records, über die man vom iPhone aus Einblick in seine bei einer von 40 Organisationen hinterlegten Krankenakte erhält. Dabei sind etwa Stanford, NYU, Duke und Yale.

iOS 11.3 und das zeitgleich veröffentlichte macOS 10.13.4 bieten auch neue Informationen zum Datenschutz, die "es Nutzern einfacher denn je machen, zu verstehen, wie ihre persönlichen Daten verwendet werden können," wie es in Apples Pressemitteilung heißt.

Neuerungen gibt es auch bei den Videos von Apple Music, diese sind in der Sektion "Für dich" nun leichter zu finden und spielen ohne Werbeunterbrechung ab. iOS 11.3 unterstützt nun auch die Advanced Mobile Location (AML), um automatisch den aktuellen Standort eines Nutzers zu senden, wenn er einen Notruf an Rettungsdienste in Ländern tätigt, in denen AML aktiv ist. In Deutschland ist das nicht der Fall, aber immerhin in Österreich.

Update vom 13. März:

Gestern Abend hat Apple die fünfte Beta-Version des kommenden iOS 11.3 veröffentlicht. An den neu bekannt gewordenen und berichtigten Bugs sowie neuen Funktionen hat sich wenig getan: Die Veröffentlichungsnotizen für die Entwickler sehen identisch aus mit den Veröffentlichungsnotizen der Beta 4. Allein schon an dem Update-Zyklus wird klar, dass iOS 11.3 kurz vor der Fertigstellung steht – Apple hat die Beta-Tests auf eine Woche verkürzt. Es ist also durchaus möglich, dass noch am kommenden Freitag, den 16. März, die nächste Beta mit der Folgenummer sechs veröffentlicht wird und der Hersteller am Dienstag, den 20. März die fertige Version für alle zur Verfügung stellt.

Update vom 06. März:

Apple bastelt an der nächsten Version von iOS 11 weiter, gestern Abend ist eine neue, mittlerweile vierte Beta für iOS 11.3 erschienen. An neuen Funktionen ist nur wenig dabei: Ab der kommenden Version wird das iPhone X sich nur mit der aktuellsten Version von iTunes 12.7.3 synchronisieren und aktualisieren können, wer noch eine iTunes-Variante mit dem eingebauten App Store nutzt, muss entweder bei iOS 11.2.6 bleiben, oder iTunes aktualisieren. Apple gibt als Grund an, dass die Face ID womöglich nicht korrekt funktioniert, wenn der Nutzer mit einer älteren iTunes-Version sein iPhone X aktualisiert. Apple hat in der vierten Version eine ziemlich lange Liste an Fehlern abgearbeitet, anscheinend stürzte Skype in den früheren Betas ab, dies sollte nun berichtigt sein. Auch der iPod Touch der sechsten Generation wird von der vierten Beta unterstützt. Die iMessage-Konversationen sollen jetzt schneller öffnen, einen lästigen Bug bei der Wi-Fi-Verbindung haben die Entwickler nun auch beseitigt: Beim bestehenden WLAN hat das System wohl die Option für die automatische Verbindung abgeschaltet.

Update vom 21. Februar: Rückschritt: Wer sich schon darauf freut, mehrere Homepods zu einem Multiroom-System zusammen spannen zu können, wird sich nun länger gedulden müssen. Denn die dafür notwendige Technik Airplay2 hat Apple aus der dritten Beta für iOS 11.3 zurück gezogen. Der Grund liegt auf der Hand: Die bisherige Umsetzung war extrem fehleranfällig, Airplay 2 muss also gewissermaßen zurück in die Werkstatt. Ob die Technik in eine spätere Beta zurückkehrt und bis zur finalen Fassung des Betriebssystems für iPhone und iPad fehlerfrei wird oder ob Apple Airplay 2 auf später verschiebt, lässt sich noch nicht sagen.

Update vom 7. Februar: Apple hat mittlerweile bereits die zweite Beta von iOS 11.3 für Entwickler veröffentlicht und dabei einige versprochene Features integriert. Vor allem die Batteriesteuerung in manchen neueren iPhone-Modellen ist entscheidend, Anwender sollen selbst entscheiden können, ob sie bei schwächer gewordenem Akku eine Systembremse setzen, um unerwartetes Abschalten zu vermeiden oder eben riskieren, dass bei voller Leistung plötzlich das iPhone ausgeht. Apple nennt die Einstellung "Batterie Health (Beta)", diese ist in den Batterieeinstellungen zu finden. Darin angezeigt ist die maximale Kapazität des verbauten Akkus und wie diese sich gegenüber der einer frischen Batterie verhält, und welche maximale Performance der iPhone-Akku noch bringen kann. Noch ist der Schalter nicht eingebaut, aber genau an dieser Stelle wird man in der finalen Version die Systembremse lösen können. Auch schon länger versprochen, konkret seit letzten Sommer, und nun endlich in der Beta enthalten, ist iMessages in der iCloud. Hier handelt es sich um eine optionale Einstellung, ob man seine iMessages zentral in seinem iCloud-Account speichern will. Der Vorteil: So sind sie auf allen angeschlossenen Geräten stets synchron und zudem spart das Speicherplatz auf dem iPhone.

Update vom 24. Januar: Was Tim Cook bereits in der vergangenen Woche im Interview mit ABC angedeutet hat, zeigt Apple nun konkret in Form einer Vorschau auf seiner Website. iOS 11.3 bekommt einige Neuerungen, die vor allem das Akku-Management betreffen. Aber auch an der Optik des Systems für iPhone und iPad ändern sich Kleinigkeiten. So kommen neue Animoji für diejenigen hinzu, die bereits ein iPhone X einsetzen. Für Entwickler wichtig ist das ARKit 1.5, das neue Möglichkeiten für Augmented Reality in Apps bieten soll. ARKit könne nun auch mit vertikalen Flächen wie Wänden und Türen umgehen, diese vermessen und darauf virtuelle Objekte platzieren, erklärt Apple. 2D-Objekte an Wänden lassen sich zum Leben erwecken, etwa Filmplakate oder Bilder in Museen.

Die Anzahl der Animoji erhöht Apple auf 16, neu im Team sind etwa die Köpfe von Löwen, Drachen und Bären sowie ein Totenkopf. Aber auch für ernsthaftere Kommunikation über die App Nachrichten gibt es Neuerungen. Eine Beta-Version der Business-Chats soll es Unternehmen ermöglichen, über die App Kontakt zu Kunden zu pflegen. Erste Unternehmen, die sich dem System anschließen, um leichter Support zu leisten oder Termine zu vereinbaren sind Wells Fargo, Lowe's und Hilton - in Deutschland wird das neue System vermutlich erst mal weniger intensiv genutzt.

Die neuen Funktionen des Batteriemanagements, die Tim Cook bereits letzte Woche erwähnt hatte, bietet Apple in den Einstellungen für iPhone 6 und neuere Geräte an. Die Tools zeigen den Zustand der Batterie an, geben Wartungsempfehlungen und lassen das mit iOS 10.2.1 heimlich eingeführte Strommanagement auch wieder abschalten - man kann also auch bei schwacher Batterie noch das iPhone auf volle Leistung laufen lassen, was aber nicht unbedingt empfehlenswert ist. In der aktuellen Beta von iOS 11.3 ist diese Option noch nicht enthalten, Apple wird diese "später" nachliefern.

Die Gesundheits-App Health bekommt den Bereich Health Records, in dem die Anwender alle relevanten Gesundheitsdaten sammeln, die sie als Patienten oder Studienteilnehmer von Ärzten und Kliniken bekommen. Der Bereich ist verschlüsselt und Passwort geschützt. Apple Music will zudem in iOS 11.3 das Videoangebot ausweiten.

Meldung vom 18. Januar: Die Journalistin von ABC News Rebecca Jarvis hat in einem Gespräch mit Tim Cook nicht nur Apples Investitionspläne für die USA angesprochen. Auch die Diskussion um die langsamen iPhones und alte Akkus war Thema. Tim Cook lies sich entlocken, dass mit der kommenden Version von iOS Apple erstmals das Akku-Management für Nutzer sichtbar mache. Bis jetzt mussten iPhone-Nutzer dafür auf Apps von Dritten zugreifen, nicht jede davon lieferte zuverlässige Ergebnisse. Wortwörtlich versprach Apples CEO solche Infos "für die künftige iOS-Version, die im nächsten Monat an Entwickler verteilt wird". Hiermit ist wohl bereits iOS 11.3 gemeint, iOS 11.2.5 ist bereits in der sechsten Beta verfügbar. Das Zwischenupdate steht wohl in den Startlöchern, an alle Nutzer freigegeben zu werden, auch finden sich dort keine Spuren von Akku-Tools oder -Infos. 

Cook entschuldigte sich auch mehrmals, dass Apple die Sache mit den älteren Akkus nicht klarer kommuniziert hat. Demnach habe Apple bereits mit iOS 10.2.1 den ersten Code veröffentlicht, der die iPhones mit den schwachen Akkus nicht mehr so oft abschalten ließ. Auch wir haben im Februar 2017 darüber berichtet . Hier können wir Tim Cook nur beipflichten, hinsichtlich fehlender Kommunikation: In dem ursprünglichen Kommentar an Techcrunch war überhaupt nicht die Rede davon, dass iPhones mit den älteren Akkus langsamer arbeiteten. In dem üblichen PR-Sprech hat Apple betont, dass 80 Prozent von einer "kleineren Anzahl" der iPhone-6S- und iPhone-6-Nutzer kein unerwartetes Abschalten ihrer Geräts mehr beobachteten. Mit welchen Mitteln dies erreicht wurde, wurde damals nicht erklärt.