Stockholm will keinen Apple Store

Peter Müller |
Der neu gewählte Stadtrat Stockholms weist nach Bürgerprotesten Apples Pläne für einen neuen Laden zurück.
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Stockholm hat noch keinen Apple Store - das bleibt vorerst auch so

Fotolia.de, Alexi Tauzin

Apple eröffnet nicht mehr profane Stores, sondern Treffpunkte, die Stadtplätzen ähneln oder einen solchen aufwerten – die Niederlassung in Mailand gibt ein Beispiel. So sieht es der Mac-Hersteller zumindest selbst respektive seine Retail-Chefin Angela Ahrendts. Apple als Wohltäter der urbanen Kultur? In Stockholm sieht man das ganz anders, berichtet BGR . Der dortige Stadtrat habe nun eine Baugenehmigung abgelehnt, die das Vorgängergremium noch akzeptiert hatte. Die Kritik an den Plänen für den ersten Apple Store in Schweden war jedoch massiv. Apple wollte sich am Rande des Parks Kunstradgarden positionieren, Anwohner fürchteten, der öffentliche Platz würde zu sehr kommerzialisiert und die dortigen Kulturveranstaltungen von Apple verdrängt – Apple hat seinerseits zahlreiche Events im Park versprochen.

Die Pläne hätten sich über zwei Jahre hinweg im Dialog mit dem Stadtrad stets geändert, Apple habe die ursprüngliche Größe reduziert – vergebens. Schon im Juli diesen Jahres musste Apple Pläne für einen Store in Melbourne zurück ziehen, der wie eine Pagode aussehen sollte, aber laut Kritikern doch nur einem Pizza Hut glich. In Wien hatte Apple anscheinend auch lange mit den Behörden um eine Genehmigung zu ringen, aus den Einzelfällen aber einen allgemeinen Trend zu konstruieren, ist eher nicht möglich.

Fünf Jahre Apple - den Store neu definiert

Angela Ahrendts ist nun seit fünf Jahren bei Apple, wie Apple Insider in einem Rückblick anmerkt . Am 14. Oktober 2013 hatte Tim Cook angekündigt, die damalige CEO des Modekonzerns Burberry nach Cupertino gelockt zu haben . Bei Burberry war Ahrendts unter anderem dadurch aufgefallen, dass sie eine etablierte Marke, die in die Krise geraten war durch Maßnahmen wie Reduktion des Angebots und Rückkauf von Lizenzen wieder zu stabilisieren – das erinnert ein wenig an Steve Jobs' Comeback Ende der Neunziger. Sonst erfährt man wenig neues in dem Text, es gefällt aber das Bonmot, dass die dritte Retail-Chefin nach Ron Johnson und dessen Kurzzeitnachfolger John Browett den Apple Store ja abgeschafft habe. Man solle heute nur noch vom Apple in München, Berlin oder Düsseldorf sprechen. Denn der kommerzielle Teil soll hinter die Funktion als Stadtteilzentrum zurück treten. So ganz funktioniert das noch nicht, siehe oben. Was dem Apple Store zudem fehlt, um etwa Starbucks oder andere Lokalitäten als Treffpunkt der jeunesse dorée abzulösen, ist nur eine Profanität. Aber ohne Kundentoilette wird man sich nicht länger als unbedingt nötig im Store aufhalten wollen, der kein Store mehr sein will.