Returner 77

Das Szenario klingt zunächst nicht sonderlich aufregend, weil schon so oft gehört, gelesen oder gesehen: Nach der Invasion der Erde ist man einer der letzten Überlebenden und soll durch die Erkundung eines außerirdischen Raumschiffs den Schlüssel zum Wiederaufbau der Menschheit finden. Dabei ist man für diese Mission speziell ausgebildet, eben ein Returner. An dem fremdartigen Schiff docken wir mit unserer Raumsonde an und finden dort immer wieder kurze Videonachrichten von Colonel T. Ling, die uns entscheidende Hinweise auf dem Weg durch das fremdartige Raumschiff gibt.

Grafik packender als Story

Die Story an sich tritt aber im Spielverlauf recht schnell in den Hintergrund, denn man ist zu sehr mit den beeindruckenden Bildern und Szenarien des Games des Entwicklers Fantastic aus Kopenhagen beschäftigt. In Zwischensequenzen tauchen immer wieder die geheimnisvollen außerirdischen Insassen auf, allerdings nur in Gestalt von Hologrammen oder einer riesigen Statue. Ihr genaues Schicksal ist nicht klar.

Rätsel steigern sich deutlich

So müssen wir die Bedienung und Bedeutung zahlreicher fremdartiger Schalter, Konsolen und Symbole erst herausfinden, wobei wir im Verlauf der sechs zu spielenden Level einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad feststellen, der zum Ende hin durchaus anspruchsvoll genannt werden darf. Bei vielen der Rätsel und Puzzle fühlt man sich an iOS-Adventures wie "The Room" erinnert, nur eben jetzt in einer Science-Fiction-Umgebung. Ähnlich wie dort gibt es ein ausgefeiltes Hilfesystem. Kommt man nicht weiter, kann man sich Tipps geben oder sogar das ganze Problem mit etwas Zeitverzögerung lösen lassen. Stecken bleiben muss man also nicht. Am besten gönnt man sich aber das manchmal knifflige Vergnügen, die Lösung selbst zu finden.

Schlichte Bedienung

Durch die Räume bewegt man sich per Antippen auf dem Display. Dies startet Kamerafahrten, die man nicht mehr beeinflussen kann. Manchmal ist das etwas mühselig, wenn man sich beispielsweise vertan hat und den ganzen Weg zurück muss. Zur effektiven Umgebungsanalyse helfen Scanner für Hotspots (Aktionsfelder) sowie für Alien-Technologie, deren Bedeutung uns dann in einem Infokasten mitgeteilt wird. Auch einen Zoom-Button gibt es, um entferntere Objekte genauer betrachten zu können. Die Vertonung ist komplett auf Englisch – es gibt aber Untertitel auch auf Deutsch.

"Brutaler" Cliffhanger am Ende: Vorsicht, Spoiler-Alarm

Unsere Mission endet mit einem heftigen Cliffhanger, denn, nachdem wir eine riesige Alien-Statue aktiviert haben, werden wir unversehens in den Weltraum hinaus katapultiert. Wenn man wissen will, wie es weitergeht, muss man den Nachfolger "Returner Zhero"   spielen. Ziemlich geschickt gemacht von den Entwicklern, denn das möchte man natürlich auf jeden Fall erfahren. Unser erster Eindruck vom Nachfolger: Noch bombastischer, scheint genauso spielenswert zu sein wie "Returner77". Wir werden darauf zu einem späteren Zeitpunkt zurückkommen.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

"Returner77" gibt es im App Store zum Preis von 5,49  Euro und im Google Play Store zum gleichen Preis. Der Download fürs iPad ist immerhin 1,3 GB groß. Voraussetzung ist mindestens iOS 8.0. Besitzt man dieses Spiel schon, gibt es den Nachfolger "Returner Zhero – Final Cut" vergünstigt für 3,50 Euro.

Fazit und Empfehlung

Für Science-Fiction-Fans, die auch auf dem iPad oder iPhone anspruchsvolle Spiele lieben, ist Returner77 ein echter "No-Brainer": Wer hier zögert, ist selbst dran schuld, denn er verpasst ein grafisch hervorragend gestaltetes 3D-Adventure-Spiel im Weltraum und auch einige knackige Rätsel. Den Preis von über fünf Euro ist es alle Mal wert. Wer also genug Platz auf seinem iOS-Gerät hat – ab in das Alien-Raumschiff, lautet dann unsere glasklare Empfehlung.