Macbook Pro: Externe SSD-Festplatten für USB-C und Thunderbolt 3

Thomas Bergbold |
Macbook und Macbook Pro bieten nur eine respektive vier Buchsen des Formats USB-C. Neues Zubehör im Überblick.

Selbst wenn man auf Wunsch bei Apple immer größeren Speicher in seinem Rechner haben kann, haben externe Laufwerke nicht ausgedient. Ob für große Bilddatenbestände, Backups oder als alternative Bootlaufwerke. Die Aufgaben sind vielfältig.

In unserem dritten Teil mit USB-C- und Thunderbolt-3-Zubehör geht es diesmal um Datenspeicher. Wir haben uns aus dem immer größer werdenden Angebot, zu verschiedenen Kategorien exemplarisch ein paar Lösungen ausgesucht.

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Da sind zum einen Leergehäuse, die man selbst bestücken kann. Entweder für ein oder bis zu vier Laufwerken. Oder aber schon fix und fertig, einfach nur zum Anschließen. Reisefotografen lieben kleine Datenspeicher für ein schnelles Backup der kostbaren Fotos des Tages und am Ende der Reise. Neben klein ist aber auch schnell angesagt. USB-C mit seinen 10 GBit/s und Thunderbolt 3 mit maximal 40 GBit/s sind da perfekt geeignet. Da wundert es auch nicht, dass gerade für USB-C die Auswahl an Gehäusen für 2,5 Zoll Laufwerke sehr groß ist.

Bleibt man zu Hause an seinem Schreibtisch, benötigt man vielleicht eher eine große Festplatte für ein Backup oder ein schnelles SSD-Laufwerk als Arbeitslaufwerk für Bildbestände und Bildbearbeitung. Hier bieten sich Gehäuse für zwei oder mehr Laufwerk an, die es sowohl für 3,5 Zoll Festplatten, als auch 2,5 Zoll Festplatten und SSDs gibt. Verbunden zu einem RAID, lassen sich so höhere Geschwindigkeiten oder eine Redundanz der Daten erreichen, je nach gewünschtem Einsatzzweck.

Durch die große Geschwindigkeit von USB-C und Thunderbolt 3 ist es somit unerheblich, ob das Laufwerk im Rechner direkt am Mainboard angeschlossen ist oder extern in einem Gehäuse – ein großer Vorteil der neuen Technik.

Leergehäuse für 2,5-Zoll-Laufwerke

Wir haben uns zwei kleine Gehäuse für das 2,5-Zoll-Format in unser Testcenter geholt, das Fantec ALU-25U31 und das LMP DataMobile USB-C . Das zweiteilige Gehäuse des LMP ist sehr flach und ist eine Kombination aus Kunststoff und Aluminium. Es umschließt eine neun Millimeter hohe SSD perfekt. Das Fantec mit seinem Gehäuse aus Aluminium ist etwas dicker. Die elegante rundliche Form kaschiert das sehr geschickt. Dickere Festplatte kann es aber trotzdem nicht aufnehmen, hier nutzt das größere Gehäuse der Thermik im Dauerbetrieb.

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Unterschiedlicher könnten optisch USB-C Laufwerksgehäuse nicht sein, wie das LMP DataMobile und das Fantec ALU-25U31.

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Das Einsetzen eines Laufwerks und die Montage des Gehäuses sind bei beiden Lösungen kein Problem. Bei der Fixierung des Gehäuses setzen beide Hersteller auf kleine Schrauben, einen passenden Schraubendreher sollte man im Hause haben. Was leider auch eingespart wurde, ist eine Schutzhülle für den Transport.

Die zu erzielenden Datenraten mit einer Crucial M550 SSD entsprechen den Erwartungen. Wir messen rund 472 MB/s beim Schreiben und 530 MB/s beim Lesen. Das sind deutlich höhere Werte, als wir sie beispielsweise von USB 3.0 gewohnt sind. Hier kommen wir mit der gleichen SSD von Crucial nur auf 427 MB/s beim Schreiben und 435 MB/s beim Lesen.

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Das schöne Gehäuse des Fantec ALU-25U31 nimmt maximal 9 mm hohe Laufwerke auf.

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Als Docking Station, also einem Gehäuse mit offenen Anschlüssen für den schnellen Laufwerkswechsel, haben wir uns die Goobay SATA HDD Docking Station 71825 näher angesehen. Das schlichte Kunststoffgehäuse in Schwarz zeigt sich unaufgeregt, sehr schön ist, dass Goobay an Gummifüße gedacht hat. Ein externes Netzteil versorgt die Laufwerke mit dem nötigen Strom und sogar ein Ein/Aus-Schalter ist vorhanden.

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Das schlichte Gehäuse der Goobay Docking Station ist zweckmäßig, der Zugriff auf die Festplattenplätze einfach und selbsterklärend.

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Ein Schönheitsfehler an der Docking Station ist die wackelnde Buchse und das Stecker nicht komplett in ihr verschwinden.

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Der Wechsel der Laufwerke ist unproblematisch, von dicker 3,5-Zoll-Festplatte, bis zur dünnen SSD hatten wir hier keine Probleme. Die Datenraten sind mit Festplatten auf dem Niveau der kleinen 2,5-Zoll-Gehäuse. Etwas langsamer ist das Goobay bei unserer Test-SSD. Hier kommen wir „nur“ auf 410 MB/s beim Schreiben und 507 MB/s beim Lesen. Zwei Punkte haben uns nicht gefallen, zum einen war kein USB-3.1-Kabel mit zwei USB-C-Steckern dabei. Goobay setzt hier auf Kompatibilität zu USB 3.0 mit einem Kabel USB-C-Stecker auf USB-Type-A-Stecker. Des Weiteren verschwinden Stecker nicht komplett in der USB-C-Buchse am Gehäuse und wackeln ein wenig.

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Das sehr kompakte LMP Data Mobile verschwendet keinen Platz, unserer SSD passt es wie angegossen.

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Externe Flash-Datenspeicher

Seit die Flash-Technologie immer günstiger wird, werden Datenspeicher dieser Art immer beliebter, als Ersatz für mobile Festplatten auf Reisen etwa.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Flash-Speicher sind schneller als Festplatten, viel kleiner und viel leichter. Das ist für Reisefotografen ein echtes Plus.

War lange Zeit 512 GB die Obergrenze, so sind jetzt auch 1 TB zu erschwinglichen Preisen zu bekommen. Ein beliebter Vertreter bei Fotografen ist von Lexar die Workflow Portable SSD . Der mit einer Abmessung von 7,5 x 6 cm sehr kompakte Flash-Speicher kommt mit einem USB-3.0-Anschluss und kann mit einem Alternativkabel, auch direkt am USB-C-Anschluss betrieben werden. Seine Datenraten am USB-C sind mit 222 MB/s beim Schreiben und 410 MB/s beim Lesen, etwas höher als am USB 3.0 eines älteren Macbook Pro. Hier sind maximal 353 MB/s beim Lesen drin.

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Klein, schnell und ein fairer Preis. Die mSSD MAXX von Freecom ist eine sehr gute Empfehlung für Medienschaffende, die unterwegs einen schnellen Speicher dabei haben wollen.

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Noch kompakter und mit einer Bauform, die eher an einen kleinen Schokoriegel erinnert, sind das Freecom mSSD MAXX und das My Passport SSD von WD. Mit nur zehn Millimeter Bauhöhe und einer Länge von rund neun Zentimetern sind die beiden Laufwerke so kompakt, dass man sie problemlos in jeder Tasche unterbekommt. Auf eine Transporttasche haben beide Hersteller verzichtet, dafür denken sie an USB-3.0-Nutzer. Beim WD ist neben dem 40 Zentimeter kurzen Kabel auch ein Adapter für den USB-Type-A-Stecker im Lieferumfang und Freecom legt gleich zwei komplette Kabel mit rund 20 cm Länge bei.

WD liefert bei seiner My Passport SSD auch Software für den Mac mit. Neben einem Programm zum Schützen der SSD mit einem Passwort ist noch ein Utility für die Verwaltung, ein einfaches Backup-Programm und ein Monitor für die Systemüberwachung dabei. Als Mac-User können wir die My Passport SSD direkt einsetzen, WD liefert die SSD mit dem Dateiformat ExFAT aus.

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Das Sandisk Extreme trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Extrem schnell und robust, damit empfiehlt es sich für Fotografen und Videofilmer on Location.

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Freecom verzichtet auf Software für den Mac, liefert aber eine ausführliche deutsche Anleitung als PDF mit. Hier wird erklärt, wie man die mSSD MAXX formatiert und welches Format für den Datenaustausch mit Windows praktisch ist. Leider erwähnt Freecom das sehr praktische Format exFAT nicht.

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Das Fusion von Sonnet zeigt optisch mit seinem robusten Gehäuse, das es für Profis gemacht ist. Die beeindruckenden Leistungsdaten unterstreichen das sehr deutlich.

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Bei der WD messen wir Datenraten von rund 380 MB/s beim Schreiben und 420 MB/s beim Lesen. Das ist wesentlich schneller als ein USB-Stick, kommt aber nicht an die der verbaute Crucial SSD in den Leergehäusen heran.

Ganz anders die Freecom mSSD MAXX, hier bleibt AJA System Test in seiner Messung bei 589 MB/s beim Schreiben und 812 MB/s beim Lesen stehen. Das ist super.

Unser nächster Vertreter ist ein ganz anderes Kaliber. Die Extreme 900 Portable SSD von Sandisk, macht schon mit ihrem Namen klar: Ich bin schnell. Das große und robuste Gehäuse schreit direkt nach Abenteuern und es spricht zwar auch Fotografen an, aber vor allem die, denen Robustheit über alles geht.

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Das sehr kompakte My Passport SSD erinnert an einen Schokoladenriegel und ist der Preisbrecher in unserem Vergleich.

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Schaut man sich das Gehäuse aus Aluminium genauer an, so fallen einem auch Diskrepanzen zum Stichwort "robust" ein. In erster Linie ist das Gehäuse auf Sturzsicherheit ausgelegt. Eine Beschleunigung von 800 g soll es aushalten und einen Temperaturbereich von -20 Grad Celsius bis 70 Grad Celsius. Wegen der offenen Anschlüsse sollte man es aber von Nässe fernhalten.

Die 960 GB große Extreme 900 Portable SSD geht ordentlich zur Sache. Rund 776 MB/s beim Schreiben und 862 MB/s beim Lesen, sind ein Wort und einsame Spitze. Das erreichen wir im Test sonst nur mit RAID0.

Zum Lieferumfang gehören zwei Anschlusskabel, eines mit beidseitigem USB-C und eines zur Abwärtskompatibilität zu USB 3.0. Beide Kabel sind mit 50 Zentimeter ausreichend lang. Auf eine Schutzhülle verzichtet Sandisk leider. An Software legt Sandisk ein Tool zur Verschlüsselung der SSD bei.

Unser letzter Vertreter richtet sich ebenso an den Profi, das Sonnet Technologies Fusion mit Thunderbolt-3-Anschluss. Das robuste Metallgehäuse verfügt über Kühlrippen und wie man im Betrieb bemerkt sind diese keine Zierde. Integriert ist ein 1 TB großes PCIe-Flash-Drive, ein Garant für maximale Performance. Und in der Tat ist das Fusion extrem schnell. 1044 MB/s beim Schreiben und 2157 MB/s beim Lesen sind beeindruckende Werte für ein so kleines Laufwerk.

Schade ist, dass Sonnet Technologies in das rund zehn Zentimeter kurzes Gehäuse das Anschlusskabel fest verbaut hat. Somit kann man weder ein längeres Kabel montieren, noch ist ein zweiter Thunderbolt-3-Anschluss für eine Reihenschaltung vorhanden. Das Fusion muss somit als letztes Laufwerk angeschlossen werden.

Empfehlung Leergehäuse und Flash-Speicher

Leergehäuse sind auch mit USB-C eine einfache und preisgünstige Lösung, um an einen schnellen externen Speicher zu kommen. Sie sind logischerweise nicht die kompaktesten Lösungen, weil die 2,5-Zoll-SSD im Vergleich zu den speziellen Konstruktionen von Freecom, Lexar, Sonnet Technologies und WD nicht so kompakt ausfallen können. Wer aber von einer Aufrüstung eine SSD übrig hat oder eine spezielle SSD einsetzen möchte, der fährt damit nicht schlecht.

Im Lieferumfang gibt es bei den beiden Mitbewerbern Unterschiede. LMP liefert ein rund 40 Zentimeter kurzes USB-C Datenkabel mit, beim Fantec ist es nur ein USB-3.0-Kabel mit Type-A-Stecker. Bei nahezu gleicher Leistung ist daher das Gehäuse von LMP der bessere Kauf.

Die Docking Station von Goobay zeigte ein gespaltenes Bild. Auf der einen Seite die unproblematische Handhabung und ein sehr günstiger Preis. Auf der anderen Seite fehlt ein USB 3.1 Kabel mit zwei USB-C Steckern und der Stecker wackelt in der USB-C Buchse.

Bei den externen Datenspeichern mit fest verbauten SSD-Flashspeichern hat man die Wahl zwischen sehr kompakten Abmessungen und nicht ganz so performant und größer aber rasend schnell. Die kleinen Datenträger Freecom mSSD MAXX, Lexar Workflow Portable SSD und die WD My Passport SSD sind perfekte Reisebegleiter. Sie passen in jede Tasche und sind schnell genug für Backups von großen Bildbeständen, aber auch als Arbeitslaufwerk für Bildbearbeiter. Speziell die mSSD MAXX ist unsere Topempfehlung für Fotografen . Sie ist so schnell, dass sie nicht nur zur Datensicherung, sondern auch sehr gut als Arbeitslaufwerk für die Bildbearbeitung dienen kann. Dann würde man zur ebenfalls erhältlichen 1-TB-Variante greifen. Schön ist auch, das Freecom an kleine Gummifüße an der Unterseite gedacht hat. Die Extreme 900 Portable SSD von Sandisk ist deutlich größer, als eine SSD sein müsste. Insofern glaubt man der Stoßsicherheit, wobei SSDs per se nicht so empfindlich sind. Was also bei der Sandisk am Ende auffällig bleibt, ist ihre hohe Geschwindigkeit. Schade nur, dass die USB-C-Buchse nicht vor Feuchtigkeit mit einer Abdeckung geschützt ist.

Ebenfalls schade ist, dass alle Hersteller auf Schutzhüllen verzichten. Und das obwohl die kompakten Laufwerke sich so wunderbar auf Reisen eignen. Interessant ist auch dass die meisten Herstellern, ihre Laufwerke in ExFAT-Formatierung ausliefern. Ein Format, das auch bei großen Speicherkarten und USB-Sticks zum Einsatz kommt. Nur Freecom verzichtet darauf.

Ein ganz anderes Kaliber und ist das Fusion von Sonnet Technologies. Der Thunderbolt 3 Anschluss ist hier auch keine Zierde, sondern nötig, um die tolle Datenrate übertragen zu können. Das Fusion ist das perfekte Arbeitslaufwerk für stationäre und mobile Rechner. Als einziger Makel kann man das fest verbaute Anschlusskabel anmerken. Dafür kann man es nicht verlieren, was im mobilen Betrieb ein Vorteil sein kann.