Ladematte Taurus von Pack & Smooch – schick, aber unzuverlässig

Halyna Kubiv |
Ab iPhone 8 kann man die Apple-Smartphones drahtlos aufladen, wir haben die Lösung von Pack & Smooch ausprobiert.
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Ladematte "Taurus"

Pack & Smooch

Apples Ladematte AirPower , vor einem Jahr versprochen, lässt weiter auf sich warten. Derweil muss man auf Lösungen von Dritt-Anbietern greifen. Je mehr man von denen ausprobiert, desto mehr versteht man, warum Apple seine Airpower noch zurückhält.

Aussehen und Eckdaten

Pack & Smooch ist vor allem für seine Leder-Merinowolle-Hüllen für Smartphone, Tablet und Notebook bekannt. Nicht anders ist auch die Ladematte gestaltet: Aus einem gegerbten Leder und Merino-Wollfilz auf der Unterseite macht die Matte einen wertigen Eindruck. Die Ladespule versteckt sich unter dieser Bedeckung, an den Seiten sind nur der Micro-USB-Ausgang und die LED-Ladeanzeige zu sehen. Die Ladematte kommt übrigens nur mit einem kurzen USB- auf Micro-USB-Kabel, das Netzteil muss man entweder zusätzlich besorgen, das des iPhones nutzen oder die Matte an den Desktop-Rechner anschließen.

Nutzung

Obwohl in der Ladematte von Pack & Smooch komplizierte Technologie steckt – neben der Induktionsspule hat der Hersteller nach eigenen Angaben noch einen Sicherheitschips gegen Überhitzung und Kurzschluss eingebaut – lässt sich zur Nutzung nicht viel sagen. Da die Ladematte bereits das schnellere Laden unterstützt, empfehlen wir fürs iPhone den 12W-Adapter des iPad. Nur so lässt sich das iPhone in einer absehbaren Zeitspanne aufladen. Noch eine Anmerkung vorweg: Das iPhone muss man ziemlich mittig auf der Matte platzieren. Verrutscht das Gerät, lädt es nicht mehr auf.

Nutzt man jedoch das mitgelieferte 5W-Netzteil aus der iPhone-Verpackung, können wir uns nur noch ein Ladeszenario auf dem Nachttisch vorstellen. Denn mit der Kombination 5W-Netzteil und Ladematte vergingen bei einer der Stichproben knapp sechs Stunden und zwanzig Minuten, bis das iPhone X (iOS 11.4.1) von 5 auf 99 Prozent geladen wurde. Die maximale Stromstärke lag bei ungefähr 653 mA bis 85 Prozent Ladung, danach wurde sie auf rund 270 mA gedrosselt. Dieses Verhalten haben wir übrigens bei jedem Ladeszenario beobachtet: Bis rund 85 Prozent lädt das iPhone mit der höchsten möglichen Stromstärke, danach fällt sie merklich, teils bis auf die Hälfte zurück. Mit dem iPad-Netzteil mussten wir nicht so lange warten – in diesem Test dauerte es rund drei Stunden und zehn Minuten, bis das iPhone X von 14 auf 94 Prozent geladen wurde. Damit man besser vergleichen kann: Die Aufladung von 14 auf 94 Prozent mit der Ladematte und dem 5W-Netzteil dauerte fünf Stunden und dreißig Minuten. Am schnellsten lädt das iPhone logischerweise mit dem Lightning-Kabel und dem 12W-Netzteil – von 14 auf 94 Prozent Ladung brauchten wir  zwei Stunden und knapp zehn Minuten. Bei den Stichproben mit der Ladematte ist uns unangenehm aufgefallen, dass gegen das Ende des Aufladeprozedere das iPhone nicht mehr geladen hat. Aufheben und wieder auflegen half nicht, erst wenn wir die Ladematte komplett vom Strom genommen haben und wieder eingesteckt haben, lud sich das Gerät weiter auf. Eine Gesetzmäßigkeit konnten wir dabei nicht feststellen, dafür sind wohl mehrere Tests notwendig. Zwar zeigt die LDE-Lampe den Zustand an – Blau für Standby, Grün für Aufladen – hilft diese Anzeige einem wenig, wenn die Unterbrechung in der Nacht passiert und das iPhone am Morgen nur bis zur Hälfte geladen ist.

Fazit : Die Ladematte von Pack & Smooch sieht ohne Zweifel sehr schick aus, mit der passenden Hülle des Herstellers ergibt sich ein passendes Set. Die drahtlose Lösung kann man eigentlich nur an eigenem Arbeitstisch verwenden, damit man noch kurz checken kann, ob das iPhone überhaupt lädt.