iOS 12: iMessage-Chats werden vereint

Simon Lohmann, Peter Müller |
iOS 12 kommt mit einigen interessanten Neuerungen – mit Screen Time, Siri Shortcuts und den Benachrichtigungen will Apple die Nutzung des iPhones smarter machen.
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iOS 12

IDG

Update vom 16. August 2018:

Kaum ein Tag nach dem missglückten Update auf Beta 7 für Entwickler hat Apple die nächste – achte – Version freigegeben. Gleichzeitig damit haben die registrierten Beta-Tester die sechste Beta-Version erhalten. Facetime für Gruppen ist ja wie bekannt verschwunden, dafür findet sich im Bereich "Das ist neu" für iMessages ein lang erwartetes Feautre: Alle Konversationen mit der gleichen iMessage-Adresse werden in einen Chat vereint. Derweil ist es immer noch der Fall, dass iMessage die Nachrichten trennt, wenn sie beispielsweise von der angemeldeten iMessage-Adresse oder von der Telefonnummmer gesendet werden, obwohl diese von einer und der gleichen Person, ja vom gleichen Gerät stammen.

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Chats in Nachrichten werden vereint

Update vom 14. August 2018:

Rückzug: Apple hatte gestern nur kurz die siebte Beta von iOS 12 für Entwickler veröffentlicht, das Update dann aber nach zahlreichen Berichten über Performance-Probleme zurückgezogen. Andere gestern erschienene Beats von watchOS 5, tvOS 12 und macOS 10.14 bleiben auf den Download-Servern. Auffällig in iOS 12 Beta 7: Apple hat daraus Group Facetime entfernt, eines der bedeutenden neuen Features, die auf der WWDC zu sehen waren. Der Gruppenchat mit bis zu 32 Teilnehmern werde nicht in der finalen Fassung im Herbst erscheinen, sondern erst mit einem späteren Update noch in diesem Jahr, heißt es. Eine nähere Begründung gab Apple dafür nicht an. Der Rückzug von Group Facetime kommt überraschend und gewissermaßen enttäuschend, bisherige Beta-Versionen hatten sich als recht stabil erwiesen. Auch aus Mojave entfernt Apple die Funktion, die siebente Beta kommt ohne Group Facetime.

Update vom 7. August 2018:

Sechste Runde: Apple hat gestern Abend die sechsten Betas für iOS 12 und macOS 10.14 Mojave veröffentlicht – zeitgleich für registrierte Entwickler und für Teilnehmer des Public-Beta-Tests. Die Release-Notes führen die behobenen Fehler auf sowie eine Liste von noch zu fixenden Problemen, wesentlich Änderungen sind bisher nicht bekannt.

Update vom 31. Juli 2018:

Apple hat gestern Abend für registrierte Entwickler die fünfte Beta-Version von iOS 12 veröffentlicht, die dann vierte Public Beta dürfte heute oder morgen folgen. In den Releasenotes sind einige Fehler aufgeführt, die bereits behoben wurden und einige neue, die erst jüngst entdeckt wurden und auf die sich die Tests konzentrieren sollten. 9to5Mac hat jedoch eine Neuerung entdeckt , die auf Dual-SIM in künftigen iPhone-Modellen hinweisen. Insbesondere Vielreisende würden begrüßen, nicht immer die SIM-Karte wechseln zu müssen, wenn sie Grenzen überqueren. Aber auch für den Einsatz als Business- und Privat-Handy wäre es sinnvoll, ein iPhone mit zwei Nummern betreiben zu können.

Update vom 18. Juli 2018:

Nächste Runde: Apple hat gestern Abend die vierte Beta-Version von iOS 12 für Entwickler bereit gestellt, die nächste Fassung für den öffentlichen Beta-Test lässt noch einen oder zwei Tage auf sich warten. Eine dritte Public Beta gibt es indes für macOS 10.14 Mojave .

Update vom 06. Juli 2018:

Nachgelegt: Zwei Tage nach den registrierten Entwicklern bekommen nun auch die Teilnehmer des Public-Beta-Tests die neue Vorabversion von iOS 12 zum Download angeboten. Die zweite Public Beta ist identisch mit der dritten Developer BEta und behebt etliche Fehler früherer Versionen.

Update vom 04. Juli 2018:

Dritte Runde: Apple hat gestern die dritte Entwickler-Beta von iOS 12 veröffentlicht, eine neue Public Beta dürfte in den nächsten Tagen folgen. Gegenüber der zweiten Developer Beta, die identisch ist mit der ersten Public Beta, haben die Apple-Ingenieure einige bekannte Fehler behoben, wie permanente Abstürze populärer Apps, Probleme mit der Verbindung von CarPlay und einem kaputten Wetterwidget.

Update vom 26. Juni 2018:

Drei Wochen nach der WWDC und der Veröffentlichung der ersten Entwicklerbetas für iOS 12 und tvOS hat Apple nun endlich den Public-Beta-Test begonnen und gestern Abend die ersten Vorabversion von iOS 12 für interessierte Tester veröffentlicht.. Die Anmeldung zum Programm erfolgt wie immer über die Adresse beta.apple.com , dort hinterlegt man seine Apple ID und kann auf sein iPhone und iPad ein Profil herunterladen, mit dem man berechtigt ist, die Betsa darauf zu installieren. Das Betriebssystem selbst ist auch in der Vorabversion dort zu bekommen, wo man reguläre Updates lädt, über die Einstellungen > Allgemein > Updates. Die Public Beta von macOS 10.14 Mojave steht noch aus, es dürfte sich hier aber nur um eine Frage der Zeit handeln. Generell gilt aber für Beta-Versionen, dass sie fehlerhaft sein können und deshalb mit Vorsicht zu genießen sind. So installiert man sie besser nicht auf das einzige iOS-Gerät im Haushalt, auf dem Mac empfiehlt es sich, eine eigene Partition dafür einzurichten. Auch bei der Performance hat man mit Einbußen zu rechnen, vor allem in frühen Versionen. Erst gegen Ende des Beta-Tests Ende August / Anfang September sind die Vorabversionen so stabil und performant, wie sie sein sollten.

Update vom 20. Juni 2018:

Zweite Runde: Über einen Starttermin für die Public-Beta-Phase von iOS 12 und macOS 10.14 Mojave gibt es weiterhin keine neuen Erkenntnisse, doch hat Apple immerhin die zweite Entwickler-Beta für iOS 12 veröffentlicht. Diese hat einige bekannte Fehler, so sind etwa Facetime-Verbindungen zu Geräten, die noch unter der ersten Beta laufen, nicht möglich. Das Wetter-Widget funktioniert nicht und es gibt Probleme bei der Synchronisation von Sprachmemos über die iCloud. Auch für macOS 10.14 Mojave stellt Apple eine zweite Vorabversion bereit. Nur bei Apple registrierte Entwickler können die Betas herunterladen und installieren, eine Mitgliedschaft in Apples Developer Connection (ADC) kostet 99 US-Dollar im Jahr.

Ursprüngliche Meldung vom 4. Juni 2018:

Fast vergessenes Versprechen

Dass Facetime ab Herbst Konferenzen mit bis zu 32 Teilnehmern ermöglicht, ist eine gute Nachricht. Microsofts Service Skype und Google Hangouts werden aber nicht befürchten müssen, durch Apples Lösung obsolet zu werden, denn die Sache hat wie üblich einen Haken: Facetime ist nach wie vor auf Apples Geräten verfügbar. Das überrascht zwar nicht besonders, doch erinnert sich Cnet-Autor Sean Hollister an das Versprechen, das Steve Jobs bei der Vorstellung von Facetime im Jahr 2010 gegeben hatte : Die Software solle auf Industriestandards basieren, respektive sie definieren und damit früher oder später auch für andere Plattformen zur Verfügung stehen. Das ist aber nicht passiert und wird es vermutlich auch nicht mehr. Denn im Jahr 2013 musste Apple die Funktionsweise von Facetime anpassen, um in einem langjährigen Prozess mit VirnetX verhandelte Patentverletzung zu umgehen – der Prozess hat Apple ohnehin schon hunderte Millionen von US-Dollar gekostet. Anstatt iPhones direkt miteinander kommunizieren zu lassen, setzt Apple Relay Server ein, die nicht mit Googles oder Microsofts Techniken zusammenarbeiten. Alternativ könnte Apple sich das aber auch bezahlen lassen, Hollister ist sich sicher, dass Unternehmen gerne für eine funktionierende Konkurrenz zu Skype Geld aufwenden würden, die unter macOS, iOS, Android und Windows laufe. So bleibt erst einmal nur der Frust und die Erkenntnis, dass Facetime und Messages zwei Apple-eigene Dienste und Programme sind, die man beim Wechsel zu einer anderen Plattform mit am meisten vermisst.

Mit iOS 12 will Apple dem Nutzer noch mehr Macht geben. “More power to you.“ – damit bewirbt Apple das kommende iOS-Update. Wann genau dies erscheinen wird, haben Tim Cook, Craig Federighi und Co aber noch nicht verraten. Apple wird aber nicht mit der Tradition brechen und daher iOS 12 irgendwann im Herbst kostenlos zum Download anbieten. Das neueste iOS soll schneller, reaktionsfähiger, und „noch reizvoller“ als sein Vorgänger sein. Was genau Apple damit meint? Wir stellen die neuen Features einzeln vor.

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Diese neuen Funktionen kommen im Herbst

FaceTime

Wer mit bis zu 32 Kontakten gleichzeitig ein Gespräch führen möchte, muss dafür ab Herbst dieses Jahres nicht mehr auf Programme wie etwa Skype zurückgreifen, sondern kann dafür FaceTime nutzen – egal, ob Audio- oder Video-Telefonie. Kommunikation sei seit jeher ein wesentlicher Bestandteil der Apple-Philosophie gewesen, meint Apples Senior Vice President für Software-Entwicklung, Craig Federighi. Mit dem neuen FaceTime kann man auch bereits bestehenden Konversationen zu einem späteren Zeitpunkt beitreten, beispielsweise auch über die Nachrichten-App.

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Der Facetime-Gruppenchat kann bis zu 32 Gessprächspartner aufnehmen.

© Apple

Die einzelnen Gesprächsteilnehmer werden im quadratischen Format unterschiedlich groß dargestellt, ganz nach dem Motto: Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause. Soll heißen: Diejenigen, die etwas sagen, werden größer dargestellt als diejenigen, die nichts sagen. Zusätzlich gibt es neue Funktionen, wie „coole Filter, animierte Text-Effekte, lustige Sticker und mehr“, die die Gespräche in FaceTime oder der Nachrichten-App auflockern sollen. Offenbar kommt jedoch die Funktion erst gegen Ende 2018 – Apple hat Group Facetime aus der siebten iOS-12-Beta zurückgezogen.

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Gruppenanrufe mit Facetime

Perfomance

Die starke Performance von iOS 12 wird laut Apple deutlich zu spüren sein. Dabei legt das Unternehmen den Fokus besonders auf die alltäglichen Dinge, wie etwa das Starten der Kamera-App oder das Tippen auf der Tastatur. iOS 12 soll auch das parallele Arbeiten mit mehreren Apps gleichzeitig angenehmer gestalten. Dies wird vor allem Nutzer von älteren iPhone- oder iPad-Modellen erfreuen, denn Apple verspricht: „Diese Features verbessern die Leistung auf allen Geräten, die bis zum iPhone 5S und iPad Air zurückreichen.“ Demnach kann die Kamera unter iOS 12 bis zu 70 Prozent schneller geöffnet werden, die Tastatur reagiert bis zu 50 Prozent schneller und Apps können unter „heavy workload“ doppelt so schnell gestartet werden wie zuvor.  

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Deutlich performanter wird das iOS 12 werden.

Memoji

Keine fünf Minuten, nachdem Apple die neue Funktion rund um die Animoji vorgestellt hat, tauchten im Internet bereits die ersten Memes auf, die das neue Feature belächelten. Neben einer Reihe neuer Animoji (Geist, Tiger, Koala und T-Rex), können die kleinen animierten Charaktere nun auch die Zunge rausstrecken oder zwinkern. Vorausgesetzt, dass der iPhone X-Nutzer dies auch tut.

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Die Animojis wurden um vier weitere Charaktere erweitert (links). Mit den Memojis können die Nutzer sich nun auch selbst auf das iPhone X animieren.

© Apple

„1960 dachte man noch, dass 2018 die Autos fliegen könnten. Stattdessen stellt Apple kleine Tierchen vor, die die Zunge rausstrecken können“, kommentierte ein Nutzer ganz trocken im Internet. Braucht man wirklich so ein Feature? Natürlich nicht, aber es kann sicherlich für den einen oder anderen Spaß und Lacher sorgen.

Eine wirkliche Neuerung dagegen sind die Memoji, die im Prinzip ein personifiziertes Animoji darstellen. iPhone X-Nutzer können sich selbst in digitaler Form erstellen, Haut- und Haarfarbe anpassen, sowie Frisur und Brille individuell einstellen. Mit den Animojis, Memojis und (den fast schon veralteten) Emojis, kann sich nun aber kein Apple Nutzer mehr über zu wenig Möglichkeiten beschweren, Konversationen lustig zu gestalten.

Augmented Reality

Mit ARKit 2 können Entwickler nun für noch eindrucksvollere AR-Momente sorgen. Sogar für solche, die man mit seinen Freunden gleichzeitig erleben kann.

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Augmented Realiy-Spiele können nun auch mit Freunden zusammen auf mehreren Geräten gleichzeitig erlebt werden.

© Apple

AR-Objekte können nun mit der Nachrichten-App und Mail verschickt und in der echten Welt platziert werden. Ebenfalls recht nützlich könnte die neue App namens „Measure“ werden, mit der man dreidimensionale Gegenstände messen kann und sich bestimmte Strecken berechnen lassen. Wenn beim nächsten Umzug also kein Zollstock in der Nähe ist, kann man rein theoretisch auch auf Measure zurückgreifen. Wie genau die App sein wird, gilt es noch auszuprobieren.

Screen Time

Der Albtraum für jedes Kind ist wahr geworden, besorgte Eltern machen im Herbst vermutlich vor Begeisterung den einen oder anderen Luftsprung. Aber auch Erwachsene, die sich selbst kontrollieren möchten, werden von Screen Time sicherlich profitieren können.

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Sobald das zuvor eingestellte Zeitlimit erreicht wurde, ist das Spielen oder das Surfen im Netz nicht mehr möglich. Der Nutzer bekommt jedoch zuvor eine Benachritigung mit einem Hinweis, wie viel Zeit ihm noch zum Spielen bleibt.

© Apple

Die App ermöglicht es, den Überblick über die Zeit nicht zu verlieren und den Gebrauch mancher Apps oder Besuch bestimmter Webseiten auf eine zuvor eingestellte Nutzungszeit zu beschränken.

Benachrichtigungen

Bereits Anfang März berichteten wir über ein Konzept-Design, mit dem ein Künstler seine Vorstellungen eines praktischeren Benachrichtigungs-Systems präsentierte. Möglicherweise hat Apple sich ein Beispiel an besagtem Konzept genommen.

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Mit iOS12 werden die Benachrichtigungen in Gruppen dargestellt, die bei Bedarf auch alle auf einmal vom Sperrbildschirm entfernt werden können.

© Apple

Nicht Stören

Aktivierte man bisher den Nicht Stören-Modus, sofern man zum Beispiel nachts nicht von etwaigen Nachrichten geweckt werden wollte, wurden diese dennoch auf dem Bildschirm angezeigt. Eine neue Funktion soll dies verhindern, damit man erst gar nicht in Versuchung kommt, die gewünschte Ruhe zu unterbrechen. Der Rahmen für die Ruhepause lässt sich frei einstellen.

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Wer im Kalender Termine eingetragen hat, kann diese als Ruhepause auswählen. In dieser Zeit werden dann keine Nachrichten auf dem Bildschirm angezeigt.

© Apple

Hat man beispielsweise im Kalender ein Meeting eingetragen, kann man unter iOS 12 angeben, dass man während des Meetings nicht gestört werden möchte. Das Ergebnis: Keine Nachrichten auf dem Sperrbildschirm. Natürlich kann man dies auch auf die gesamte Nacht ausweiten, sodass man die neuen Nachrichten erst nach dem Aufstehen zu Gesicht bekommt.

Fotos teilen und suchen

Eine neue Funktion namens „Für dich“ zeigt dem Nutzer eine „großartige Auswahl an Momenten aus deiner Fotobibliothek an und macht intelligente Vorschläge, die Fotos mit den Leuten zu teilen, die auf dem Foto abgebildet sind“, verspricht Apple. Damit wird das Teilen von Fotos unter iOS 12 noch intuitiver. Wenn der Rezipient ebenfalls ein iOS-Gerät mit der aktuellsten Version nutzt, erhält dieser den Vorschlag, ähnliche Fotos zu teilen.

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Intelligentes Teilen von Fotos mit iOS 12

© Apple

Auch das Suchen von Fotos soll noch intelligenter ablaufen. Noch bevor der Nutzer einen Begriff in das Suchfeld eintippt, schlägt das iOS-Gerät eine Auswahl an Fotos vor. Je mehr Keywords der Nutzer gebraucht, umso kleiner wird die Auswahl der gewünschten Fotos.

Weitere Funktionen:

•    Apple Books bekommt ein neues Design, mit dem die Suche nach neuen Büchern noch leichter wird

•    Die Aktien-App sowie die Sprachmemo-App wurde ebenfalls überarbeitet und kommt erstmals auf das iPad

•    Während die Deutschen weiterhin auf Apple News warten müssen, wurde die App für die bisherigen Nutzer angepasst

•    Safari erstellt noch sicherere Passwörter

•    Unterstützung von Drittanbieter-Navi-Apps für CarPlay