Fitbit Charge 3: Robuster Fitnesstracker ohne Schnickschnack

Halyna Kubiv |
Pünktlich zur Weihnachtssaison hat Fitbit den Nachfolger seiner Fitnesstracker-Reihe vorgestellt – Charge 3.
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Fitbit Charge 3

IDG

Fitbit ist keiner Unbekannter auf dem Markt der Fitnesstracker, mit seinen Armbänder bietet der Hersteller etwas günstigere Alternativen zu den üblichen Smartwatches. In diesem Herbst hat Fitbit bereits die dritte Version seines Trackers Charge vorgestellt. Anders als beim Vorgänger kann man mit dem Charge 3 schwimmen gehen, der neue Tracker ist wasserdicht. Fitbit hat außerdem das Gehäuse etwas geschrumpft, das Display mitsamt des Armbands schmiegt sich besser ums Handgelenk, das macht sich besonders an den schmalen Armen bemerkbar.

Fitbit Charge 3 – Bedienung

Wer von der Apple Watch oder sonstigen Smartwatches auf Charge 3 umsteigt, muss sich etwas an die Bedienung gewöhnen. Zwar ist das kleine OLED-Display scharf genug, um die nötigen Infos auch direktem Sonnenlicht darzustellen, diese auf dem Display zu finden war anfangs aber gar nicht so leicht. Außer Tapps auf die Anwendungen auf dem Display gibt es diverse Wischgesten in alle Richtungen, die auch andere Infos zum Vorschein bringen. Außerdem gibt es noch eine aktive Seitentaste, mit der man die Display-Oberfläche bedienen kann. Etwas versteckt ist übrigens die Akku-Anzeige in Prozent, diese kann man nur auf dem Tracker mit dem Wisch nach oben einblenden lassen, diese Info gehört zu der Tagesübersicht (verbrannte Kalorien, bereits getätigte Schritte etc.) In der Fitbit-App auf dem iPhone gibt es nur eine rudimentäre Akku-Anzeige wie "Voll", "Fast leer" und "Leer". Im Alltag haben wir auf der Fitbit Charge direkt nur die Trainingsaufzeichung, Benachrichtigungen der Apps und die Uhranzeige genutzt. Wetter-Informationen oder Timer sind doch per Siri oder direkt auf dem iPhone schneller zugänglich.

Was der Fitnesstracker von Fitbit allen Smarwatches voraus hat, sind sagenhafte Akku-Laufzeiten. In der Praxis hält das Gerät locker die versprochenen sieben Tage durch. Dies hat zu Folge, dass Fitbit ohne größere Probleme auch die Schlafenszeiten mittracken kann. Etwas schade finden wir, dass der Tracker nicht proaktiv warnt, falls der Akku nur noch zehn oder fünf Prozent Ladung hat. Nach fünf bis sechs Tagen kann man leicht vergessen, wann genau der Charge am Netzteil war und dass der wieder ein wenig Strom vertragen kann. Erst wenn man die Fitbit-App aufmacht oder die Tagesübersicht aufruft, kann man den niedrigen Akku-Stand sehen. 

Worauf es bei Fitbit ankommt

Das wahre Herzstück aller Fitbit-Tracker ist das hauseigene Betriebssystem, das Fitbit permanent weiter entwickelt und verbessert. Mit der neuen Iteration sind sogar Dritt-Apps möglich, diese sind wohl eher der Smartwatch-Sparte von Fitbit vorbehalten, auf dem Charge 3 sind die Standard-Anwendungen wie Timer, Wetter, Wecker vorinstalliert, andere lassen sich jedoch nicht laden. Wohin sich noch der Blick bei den Einstellungen lohnt, sind die Mitteilungen, die auf dem Charge 3 ankommen sollen. Die App listet in der Mitteilungen-Liste alle Apps auf, die seit der Einrichtung von Charge Mitteilungen auf dem iPhone zugestellt hatten, diese kann man nun aktivieren oder ausschalten, damit sie auch auf dem Fitnesstracker erscheinen. Bei "Tastenkürzel für Training" lassen sich noch zusätzliche Sportarten hinzufügen, die man später mittracken kann. Ab Werk sind Laufen, Schwimmen und Laufband dabei, in der etwas verstecken Liste sind es noch Yoga, Radfahren, Pilates, Stepper und Dutzend mehr Sportarten verfügbar.

Abgesehen von den Einstellungen ist die Fitbit-App eine richtige Gesundheitskonsole, die die Daten von Charge 3 sammelt und auswertet. Manche Übersichten sind teilweise besser gelöst als in den vergleichbaren Apps von Apple. Besonders gefällt uns die Übersicht der Herzfrequenzen: Fitbit listet nicht nur den Median auf, sondern auch eine übersichtliche Skizze der Herzfrequenz-Veränderungen im Tagesverlauf. Apropos Herzfrequenz: Zu Testzwecken haben wir über zwei Wochen den Charge 3 und eine Apple Watch 1 als Referenzgerät getragen. Die gemessenen Pulsschläge haben sich kaum unterschieden, tendentiell misst Charge 3 drei bis vier Herzschläge mehr als die Apple Watch, beide Geräte haben uns bei den Stichproben vergleichbare Werte angezeigt, sei es beim absoluten Ruhezustand oder beim intensiven Sporttraining.

Gut gelöst ist die Schlafübersicht bei Fitbit. Dabei ist für die Schlafaufzeichnung eine einzige Bedingung notwendig: Den Charge 3 auch über die Nacht zu tragen. Man muss hier nichts aktivieren und keine zusätzlichen Apps laden, nach ein paar Tagen hat man eine Zusammenfassung seiner Schlafensphasen präsentiert. Man muss hier anmerken, dass Fitbit-Algorithmen nicht hundertprozentig genau sind: Eine halbe Stunde Lesepause auf dem Sofa hat uns Fitbit prompt als Schlaf aufgezeichnet.

Aber ansonsten bietet die Fitbit-App auf der Startseite eine durchdachte Mischung aus relevanten Daten, die man nach Wunsch verfolgen kann: Neben eingenommenen Kalorien beim Essen gibt es eine Übersicht, wie viel Flüssigkeit man über den Tag trinkt. Mit der intelligenten Waage Aria kann der Nutzer das eigene Gewicht überwachen, neu ist "Gesundheit für Frauen: Tracking und Trends".

Fazit:

Wem die gängigen Smartwatches zu smart, zu groß oder zu kurzlebig in Sachen Akku sind, kann getrost zu Fitbit Charge 3 greifen. Wir hatten das schlichte schwarze Modell mit dem grauen Armband getestet, das Gerät lässt sich auch durchaus modisch aufpeppen: Neben unterschiedlichen Gehäusefarben – schwarz und roségold – bietet der Hersteller zehn unterschiedliche Armband-Varianten aus Leder, Nylon und Silikon. Der Pulssensor liefert zuverlässige Daten (verglichen mit der Apple Watch), die Akkulaufzeit von sieben Tagen ist einfach unschlagbar.