Fine Scanner Pro, Text Grabber mit neuronalem Netzwerk und AR

Thomas Hartmann |
Die Entwicklerschmiede Abbyy hat ihre iOS-Apps fit gemacht für aktuelle Technologien in iOS 11. Wir haben uns die Wichtigsten angesehen.

Passend zum kürzlichen Update für iPhone- und iPad-Geräte auf iOS 11 haben viele Entwickler neue Funktionen im Gepäck, darunter auch Abbyy mit gleich drei Apps, nämlich Fine Scanner, Text Grabber und Business Card Reader.

Komfortables Scannen mit Fine Scanner Pro

Am häufigsten nutzen wir selbst Fine Scanner Pro für iOS, die App haben wir hier schon einmal einem ausführlichen Test unterzogen . Nun sind diverse PDF-Tools für die Verarbeitung hinzugekommen. So kann man jetzt einer gescannten Seite eigenen Text getippt oder selbst geschrieben hinzufügen, auch Zeichnungen oder das Dokument mit der eigenen Handschrift signieren. Sensible Abschnitte lassen sich schwärzen (oder mit einer anderen Farbe verbergen). Außerdem kann man Wörter oder Sätze farblich markieren und damit hervorheben. Ferner unterstützt die App jetzt Drag-and-Drop, um auf leichte Weise Seiten in Mehrfachdokumenten umzustellen. Die automatische Erkennung von Seiten soll auf einem neuronalen Netzwerk passieren und klappt jedenfalls recht gut, sofern der Kontrast genügend hoch ist. Helle Seiten zum Beispiel auf hellem Hintergrund automatisch erfassen lassen zu wollen, funktioniert nicht sehr gut. Aber das lässt sich in den meisten Fällen leicht ändern – oder man fertigt den Scan manuell an. Texterkennung (OCR) und Teilen der Dokumente ist nach wie vor an Bord. Mit 65 Euro ist Fine Scanner Pro 6.6.5 im App Store nicht sehr günstig, hat dafür aber einiges zu bieten.

Text aus 100 Sprachen übersetzen mit Text Grabber

Auch Text Grabber von Abbyy bietet in der neuen Version 6.3.5 einige Verbesserungen an. So findet sich auch hier nun Drag-and-Drop zum Umstellen von Seiten in einem Dokument, außerdem erfasst das Tool die entdeckten Sprachen automatisch und in Echtzeit und schlägt sie dem Nutzer entsprechend vor, um sie dann zu übersetzen. Dabei greift die App wahlweise auf Dienste von Microsoft oder Google Translator zurück. Das klappt natürlich nie perfekt, aber man erhält doch eine Vorstellung, was eine sonst unbekannte Sprache in einem Text zu sagen hat. 100 Sprachen werden dabei optional unterstützt. Die App selbst kostet im App Store  5,49 Euro , der komplette Übersetzer schlägt mit 4,49 Euro zusätzlich zu Buche. Eine QR-Code-Lesefunktion ist ebenfalls im Leistungsumfang. Insgesamt klappt das mit der automatischen Erkennung recht gut, man sollte allerdings die Hand entsprechend stillhalten, was gerade mit dem iPad nicht immer so leicht gelingt. In dem Fall weicht man wiederum auf den manuellen Auslöser aus. Voraussetzung zum Betrieb ist wie beim Fine Scanner Pro mindestens iOS 9.0.

Virtuos Visitenkarten erfassen mit dem Business Cards Reader

Zuletzt hat auch Abbyys Business Cards Reader zum Einlesen von Visitenkarten ein Update erhalten. Version 8.5 gibt es im App Store  ab iOS 9.0 grundsätzlich kostenlos , diverse Dienste wie Export nach Excel, Backup der Kontakte und Entfernen von Werbung kosten aber jeweils extra. Ein neuer AR-Modus zeigt über eine virtuelle Visitenkarte, wie man mit der App umgeht. Ansonsten erscheint auf dem Display ein Rahmen, mit dem man eine vorliegende Visitenkarte zur Deckung bringt, dann sollte alles Weitere automatisch erkannt und in die entsprechenden Felder wie Name und E-Mail-Adresse eingeordnet werden. Das klappt bei unseren Testläufen auch recht ordentlich, kleinere Fehler oder Ungenauigkeiten lassen sich manuell ausbessern. Für Nutzer, die häufig Visitenkarten sammeln oder erfassen wollen, ist der BCR ein nützliches Tool.