Mit dem E-Bike ist kein Weg zu weit

E-Bikes für die Stadt und für Touren

E-Bikes, respektive Pedelecs, boomen aus mehreren Gründen: Selbst bei starkem Gegenwind oder heftigen Steigungen kann ohne allzu große Mühen vorankommen, im dichten Stadtverkehr kommt man immer schnell von der Ampel weg. Achtung! E-Bikes sind in diesem Jahr nur schwer lieferbar, richten Sie sich also auf längere Wartezeiten ein.

Selbst für Mountainbikes mit elektrischer Unterstützung gibt es gute Gründe: Wo man mit dem fitteren Partner oder dem jüngeren Nachwuchs sonst nicht mehr mithalten könnte, kann man wieder gemeinsame Touren fahren. Jedoch sollte man beachten, dass beim Runterfahren der Motor keine Rolle mehr spielt, wohl aber das fahrerische Können. Also bitte nicht übertreiben!

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Empfehlungen für 2022: Trekking- und Mountainbikes

Wir haben uns für diese Übersicht einige Angebote von Trekking- und Mountainbikes angesehen. Wir verwenden im Folgenden den gängigen Begriff E-Bike , auch wenn wir Pedelcs meinen ( mehr dazu weiter unten ).

Bevor sie aber zuschlagen, klären Sie, wo Sie Ihr Radl künftig warten lassen können und von wem. Denn gerade Händler, die nicht nur reparieren, sondern auch verkaufen, sind über Fremdfabrikate nicht immer begeistert. Probefahrten wären ebenfalls hilfreich, im Ernstfall haben Sie beim Onlinekauf aber ein 14-tägiges Rückgaberecht. Und mancher Händler bietet darüber hinausgehenden Service an.


Fischer E-Mountainbike Montis 2.1

Fischer Montis 2.1

© Fischer

Beginnen wir die Übersicht doch gleich mit einem Mountainbike zum Einstiegspreis. Das Hardtail wird gewiss nicht die höchsten sportlichen Ansprüche erfüllen, aber darum geht es ja nicht. Für nicht allzu harte Touren über Stock und Stein, bergauf und bergab ist das Montis 2.1 bestens geeignet - und sei es nur, um mit sportlicheren Mitfahrern Tritt halten zu können. Fischer setzt beim Motor auf die Marke Bafang, hier ist ein Hinterradmotor mit 45 Nm Drehmoment montiert, der gefühlten Rückenwind auf allen Strecken verschafft. Der Akku ist abnehm- und abschließbar und fasst 8,8 Ah Ladung, was bei 48 Volt Spannung einer Energie von 422 Wh entspricht. Sollte für eine Tagestour reichen, zumindest für die Bergauf-Passagen. Die Rahmenhöhe beträgt bei dem von uns ausgewählten Modell 48 cm, recht viel größer als 1,85 m sollte man nicht sein (weitere Rahmenhöhen siehe unten). Aber in dem Fall wird man mit dem zulässigen Gesamtgewicht von 135 Kilogramm wenig Probleme bekommen, leer wiegt das Radl 26 Kilogramm - da man es aber kaum als Lastenrad zum Einkaufen nutzt, sondern für eher sportliche Zwecke, reicht das völlig aus. Die Kettenschaltung bietet neun Gänge, die Motorunterstützung lässt sich in fünf Stufen regeln.

Rahmenhöhe 48 cm; Radgröße 27,5“:

FISCHER E-Mountainbike MONTIS 2.1 für 1.389 Euro bei Amazon (Modell 2022)

FISCHER E-Mountainbike MONTIS 2.0 für 1.079,90 Euro bei Amazon (Modell 2020)

Rahmenhöhe 51 cm; Radgröße 29“:

FISCHER E-Mountainbike MONTIS EM für 1.802,90 Euro bei Otto (Modell 2022)

FISCHER E-Mountainbike MONTIS EM für 1.979 Euro bei Amazon (Modell 2022)

Raleigh Trekking Kent 9

Raleigh Kent 9

© Raleigh Bikes

Für Pendler gut geeignet ist hingegen das Trekking-Rad Kent 9 von Raleigh Bikes - es kommt auch bereits mit Gepäckträger und Lichtanlage. Angetrieben von einem Mittelmotor Bosch Performance Line, der bis zu 65 Nm Drehmoment mitgibt und einem 500 Wh an Energie fassenden Akku bietet das Kent neun Gänge an seiner Kettenschaltung. Die Rahmengröße von 53 cm ist für ein Trekkingrad als "L" einzustufen, mehr als 190 cm sollte man nicht messen. Das zulässige Gesamtgewicht von 130 Kilogramm ist angesichts des Leergewichts von 35 Kilogramm ein wenig knapp, nimmt man zum Trekking viel Gepäck mit. Für Fahrten durch die Stadt zur Arbeit und zurück aber gut geeignet. Die hochwertigen Komponenten unter anderem von Shimano und Suntour führen zu einem recht stattlichen Preis.

Raleigh Kent 9 Elektro Trekking Bike bei Amazon

Fischer Trekking-Bike ETH 1820.1

Fischer Trekking-Bike ETH 1820.1

© Fischer

Trekking-Bikes sind die Allrounder unter den Fahrrädern, bestens geeignet für die Stadt oder auch Touren über Land in die nächste Stadt. Die Unterstützung des Elektromotors erhöht ambitionierten Radlern die Reichweite, wer den ganzen Tag im Sattel sitzen kann, schafft ohne Überanstrengungen auch Tagestouren weit über 100 Kilometer, selbst mit ordentlich Gepäck. Der Hersteller gibt für das Trekkiung-Bike ETH 1820.1 eine Reichweite zwischen 10 und 160 Kilometer mit Motoruntestützung an, wenn das Streckenprofil nicht zu steil ist und die Ladung nicht zu schwer, sollten 80 bis 100 Kilometer locker drin sein, Touren von vier bis fünf Stunden reiner Fahrzeit locker zu absolvieren.

Fischer stattet sein Fahrrad mit hochwertigen Bauteilen von Shimano und Suntour aus, der Mittelmotor ist eine Eigenmarke und bringt ein Drehmoment von 50 Nm auf die Kette, bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h - mehr ist gesetzlich nur für kennzeichenpflichtige S-Pedelcs möglich.

Besonders großen und gewichtigen Menschen müssen wir eher zu einem anderen Modell raten. Die Rahmenhöhe von 50 cm schränkt ebenso ein wie das zulässige Gesamtgewicht von 150 Kilogramm. Das Rad alleine wiegt 26 Kilogramm, Gepäck kann für den Fahrradurlaub oder den größeren Einkauf in ähnliche Dimensionen vorstoßen. Der Preis von etwas über 1.500 Euro ist aber recht attraktiv.

FISCHER Herren - Trekking E-Bike ETH 1820.1 bei Amazon (derzeit leider ausverkauft)

Kalkhoff Endeavor 5.B Advance+ (2022)

Endeavour 5.B Advance

© Kalkhoff

Natürlich muss man in ein stabileres, größeres und wuchtigeres Rad mehr investieren, wie das Modell von Kalkhoff zeigt, das in der XXL-Version für große Schwerathleten 4.200 Euro kostet. Dafür steigt hier das zulässige Gesamtgewicht auf 170 Kilogramm, das Rad selbst trägt nur 27,5 Kilogramm dazu bei. Auch hier unterstützt ein Mittelmotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h die Tretbewegung, jedoch mit 85 Nm bei der obligatorischen Leistung von 250 Watt. Der Motor ist der Bosch Performance Line CX der vierten Generation, die Kettenschaltung Shimano Deore XT M8130 liefert elf Gänge. Mit bequemen 29-Zoll-Rädern ausgestattet, ist das Kalkhoff gut für längere und härtere Touren ausgerüstet, die Akku-Ladung von 625 Wattstunden sollte eine entsprechende Reichweite garantieren - aber die ist stets von Strecke und Fahrweise abhängig.

Kalkhoff ENDEAVOUR 5.B ADVANCE+ (2022) bei Fahrradlagerverkauf

Kalkhoff Endeavour 5.B Season (2022)

Kalkhoff Endeavour 5.B Season

© Kalkhoff

Etwas günstiger bietet Kalkhoff das Endeavour 5.B in der Season-Variante an. Die "Herren"-Ausstattung mit Diamantrahmen gibt es in vier Größen mit 48, 53, 58 und 63 cm Rahmenhöhe, die Wave-Form ebenso in vier Varianten, mit Maßen von 43, 48, 53 und 58 cm. Der Motor ist von Bosch, das Drehmoment beträgt 65 Nm, neun Gänge bietet das Fahrrad mit seinem Shimano-Schaltwerk.  Achtung: Das zulässige Gesamtgewicht gibt der Hersteller mit 130 Kilogramm an, als Fahrer darf man also selbst nicht zu viel auf die Waage bringen oder muss auf Gepäck verzichten, was wiederum den Einsatzzweck ein wenig einschränkt. Was uns auf der Site des Herstellers aber grundsätzlich gut gefällt, ist der Reichweitenrechner . Abhängig von Gewicht, Fahrstil, Streckenprofil und Stärke der Motorunterstützung lässt sich eruieren, wie weit man mit einer Ladung des 625-Wattstunden-Akkus kommt. Im hügeligen Gelände mit ordentlich Power vom Mittelmotor und nahe der Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h sind das bei unserer Rechnung nur 81 Kilometer, einmal um den Chiemsee mit ein paar Abstechern nach Süden sollte also gehen. Der Preis: um die 3.700 Euro.


Kalkhoff Endeavour 5.B Season 2022 bei Amazon


Kalkhoff Endeavour 7.B Belt

Endeavour 7.B Belt

© Kalkhoff

Mehr Gänge, mehr Power - stimmt so nicht. Drei Zahnräder vorne und acht oder neun hinten ergeben zwar für analoge Fahrräder für die Straße oder die Berge Sinn, das sind aber noch lang keine 24 oder 27 Gänge. Wenn die Kette schräg steht, ist das für den Antrieb gar nicht gut, zudem gibt es bei den Übersetzungen recht viele Ähnlichkeiten. Effektiv kommt man dann auch nur auf neun oder zehn Gänge, was in der Regel völlig ausreicht. Die Fahrräder bis hier hatten alle nur einen Zahnkranz am Hinterrad und einen Mittelmotor, also nur ein Zahnrad an der Kurbel. Schalten wird bei E-Bikes ohnehin überbewertet, am Lenker regelt man mit dem Fahrradcomputer unterschiedliche Unterstützungen des Motors. Das Endeavour 7.B Belt indes lässt das Prinzip "Schalten" ohnehin fast völlig außen vor. Statt mit einer Kette ist das hochwertige Fahrrad mit einem Zahnriemen ausgestattet, der mit einer Nabenschaltung eine Art Automatikgefühl vermittelt. Das hat gewisse Vorteile bei der Wartung, Zahnriemen halten in der Regel länger als Ketten, Ölen muss man sie nicht - im Gegenteil darf man das auch gar nicht. Die Daten des Endeavour Belt wissen auch sonst zu beeindrucken, der Bosch-Motor der Performance Line CX legt 85 Nm Drehmoment an, nur beim zulässigen Gesamtgewicht von nur 130 Kilogramm stutzen wir. Bei Idealo haben wir indes eine 48-cm-Version gefunden, die Zielgruppe bleibt in der Regel auch mit schwerem Gepäck unter dieser Grenze. Der Preis von 4.900 Euro ist jedoch nicht ohne.


Kalkhoff ENDEAVOUR 7.B BELT bei Idealo


Bluewheel Mountain E-Bike BXB75

Bluewheel BXB75

© Bluewheel

Einfache Faustregel: Je mehr man fährt, desto hochwertiger sollte das Material sein. Von günstigeren E-Bikes im Bereich unter 1.500 Euro sollte man nicht erwarten, dass sie einem Jahr für Jahr über tausende von Kilometern über Stock, Asphalt und Stein tragen und nach einer Frühjahrswartung beim Radl-Discounter frisch und leistungsfähig wie neu da stehen. Für gelegentliche Fahrten in den Biergarten, an den See oder über sanfte Hügel kann es gerne etwas günstiger sein. Sicherheitskritische Qualitätsprobleme wie brechende Rahmen und versagende Bremsen treten in der Branche zum Glück immer seltener auf. So können wir für den Einstieg durchaus auch das E-Bike von Bluewheel empfehlen, das es in 27,5 und 29 Zoll gibt. Erwarten Sie jedoch trotz des Designs nicht, dass Sie hier ein waschechtes Mountainbike vor sich haben, für die Straßenzulassung ist aber schon mal eine Lichtanlage montiert, Gepäckträger müsste man extra anbauen. Interessant ist die Art des Antriebs, hier haben wir es mit einem Hinterradmotor zu tun. Mittelmotoren geben wegen des tieferen Schwerpunkts zwar ein besseres und stabileres Fahrgefühl, die Elektropower am Hinterrad gibt aber scheinbar Rückenwind. Und diese Konstruktion mit dem Motor in der Nabe erlaubt nun auch wieder eine umfangreiche Auswahl von Gängen, drei mal sieben sind es hier. Das Gesamtgewicht ist auf 120 Kilogramm beschränkt, da man aber selten Reisegepäck auf dem Mountainbike dabei hat, kommen damit auch etwas größere und schwerere Personen zurecht. Der Preis: 1.400 Euro.


Bluewheel E-Bike 27,5“ & 29“ bei Amazon


KTM Trekking Macina Tour P610 (2022)

KTM Macina Tour P610

© KTM

Mit der "Bella Macina" von KTM können sich auch größere Leute wieder mehr anfreunden. Bei 60 cm Rahmenhöhe (also Sitzrohrlänge) hört die Auswahl zwar auf, 1,81 m bis 1,90 sollte der Fahrer damit messen. Das zulässige Gesamtgewicht ist mit 146 Kilogramm zwar für die meisten Alltagsaufgaben ausreichend, für den Fahrradurlaub sollte es dann doch etwas noch stabileres sein. Der Mittelmotor packt mit 65 Nm zu, die Kettenschaltung bietet zehn Gänge. Der Preis von 3.600 Euro ist angemessen für Vielfahrer.

KTM Macina Tour P610 (2022) bei Radonline


Haibike SDURO Trekking 8.0 (2021)

Haibike Sduro 8

© Haibike

Der Motor des Haibike stammt von Yamaha und liefert 70 Nm Drehmoment bei einer Leistung von 250 Watt. Per Kette schaltet man 12 Gänge über eine Shimano Deore XT M8100 Shadow Plus. Zwei Rahmenhöhen stehen zur Auswahl, 56 cm und 60 cm, das größere der Bikes ist bei den meisten Händlern etwas teurer. Mit 130 Kilogramm Gesamtgewicht gehört das Haibike, das um die 3.600 Euro kostet, nicht zu den Lasteneseln, für den Tagestouren und den Stadtverkehr ist es aber bestens geeignet.

Haibike SDURO Trekking 8.0 (2021) bei Idealo

Fischer Trekking Bike Viator 2.0

Fischer Viator

© Fischer

Eines haben wir noch: Am meisten gefällt uns beim Trekking Bike von Fischer dessen Verfügbarkeit, Amazon verspricht die Lieferung in zwei bis drei Tagen. Das Viator 2.0 mit seinem Diamantrahmen von 50 cm Sitzrohrhöhe richtet sich an eher kleinere Herren (oder auch Damen) von etwa 1,70 m Körpergröße. Dann ist in der Regel das zulässige Gesamtgewicht von 150 kg kein Hinderrungsgrund, leer wiegt das Bike 26 kg. Der Antrieb stammt von Bafang und gibt dem Hinterrad ein Drehmoment von 45 Nm mit. Die Achtgangschaltung kommt von Sun Race.

Fischer Viator 2.0 bei Amazon


Pedelec, S-Pedelec und E-Bike: Der Unterschied

Waren Elektrofahrräder bis vor wenigen Jahren noch Exoten und meist recht teuer, gibt es immer mehr Hersteller, die auf den Zusatzantrieb setzen. Dadurch wird nicht nur das Angebot an verschiedenen Fahrradtypen immer breiter, es sinken auch die Preise. So wird der Einstieg in die Elektromobilität immer bezahlbarer. Leasingangebote, wie sie etwa das Unternehmen Jobrad vermittelt, tragen auch dazu bei, Hemmschwellen zu senken. Denn wenn man mithilfe seines Arbeitgebers und über eine Gehaltsumwandlung das Fahrrad finanziert, kann es auch gerne eine Nummer größer sein, denn die Ersparnis ist aufgrund gesunkener Steuerlast merklich.

Eine wesentliche Unterscheidungslinie zwischen den Fahrradtypen verläuft entlang der Klassen "Pedelec", "S-Pedelec" und "E-Bike". Letzteres wird zwar oft für alle Fahrräder mit Elektromotor verwendet, das ist aber nicht korrekt. Denn ein E-Bike fährt von alleine und unterstützt nicht die Trittbewegung - es ist also technisch ähnlich einem Elektroroller und wird verkehrsrechtlich auch so angesehen.

Ein S-Pedelec ist ebenso versicherungspflichtig und gemäß Gesetzgeber ein Fahrrad, dessen Hilfsmotor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h die Trittbewegung unterstützt. Die Konsequenz: E-Bikes und S-Pedelecs dürfen nicht mehr auf den Radweg (auch nicht auf solche mit "Mofas frei"-Schild), benötigen ein Versicherungskennzeichen und für den Fahrer besteht Helmpflicht. Auf Autostraßen oder gar Autobahnen hat das Fahrzeug natürlich auch nichts verloren.

Pedelecs hingegen gelten als Fahrräder, mit allen Rechten und Pflichten. Der Grund: Die elektrische Unterstützung gibt nur bis 25 km/h zusätzliche Leistung auf die Kurbel, das Vorder- oder das Hinterrad. Damit ist die Benutzung von Radwegen gestattet, respektive sogar verpflichtend, falls ein entsprechendes Verkehrsschild den Weg als solchen ausweist und er zumutbar benutzbar ist. Helmpflicht besteht keine, ein Fahrradhelm ist aber angesichts der höheren Geschwindigkeiten unbedingt zu empfehlen. In diesem Artikel meinen wir stets Pedelec, wenn wir von E-Bike sprechen. Denn letzterer Begriff wird immer mehr als Synonym zu allen Elektroradln benutzt. In unserer Übersicht gehen wir aber nur auf Fahrräder ein, die zusätzlichen Schub nur bis 25 km/h bekommen.

E-Bike: Zusatzschub von Elektromotoren

Wie erwähnt, macht sich der zusätzliche Schub vor allem bei geringeren Geschwindigkeiten bemerkbar. Sobald man in die Pedale tritt (und auch nur dann), verleiht der Elektromotor zusätzliche Leistung. Diese setzt bei besseren Modellen nicht sofort ein, sondern relativ sanft. Aber schon nach nur einer Umdrehung der Kurbel spürt man meist den zusätzlichen Schub, an der Ampel kommt man so recht zügig weg, selbst wenn man aus einem höheren Gang heraus anbremsen musste.

An ein anderes Schaltverhalten wird man sich aber gewöhnen müssen, vor allem, wenn man sonst mit Kettenschaltung und zwei Sätzen Zahnkränzen (etwa drei mal acht oder zwei mal zehn) hantiert und dann auf ein Modell mit Nabenschaltung umsteigt. Bei Testfahrten haben wir bemerkt, dass ein mittlerer Gang für die meisten Zwecke reicht, den eigentlichen Unterschied machen die Modi der Elektrounterstützung aus. Hier hat man in der Regel die Wahl zwischen drei bis fünf Einstellungen, die entweder sanfte Unterstützung geben und damit zu kaum mehr als Anfahrtshilfe taugen oder die auch in heftigen Steigungen kräftig zupacken. Den Berg hoch muss dann zwar weiter strampeln, man fällt aber kaum noch unter die 25 km/h zurück, auch wenn die Steigung sich der 10-Prozent-Marke nähert. Prinzipiell sind aber Pedelecs sowohl mit Naben- als auch mit Kettenschaltung zu bekommen. Bei ersterer muss man vor allem beim Runterschalten am Berg darauf achten, kurz das Treten einzustellen und für einen Moment den Motor auslaufen zu lassen, denn Nabenschaltungen darf man nicht unter Last schalten, sie könnten verklemmen. Bei Kettenschaltungen gilt zu beachten, dass der ansonsten zu bevorzugenden Mittelmotor einen größeren Verschleiß der Kette zur Folge hat. Diese muss man dann öfter wechseln - aber ohnehin sollte das Radl mindestens einmal im Jahr zur Inspektion und Wartung in die Werkstatt, macht man mit dem Auto ja auch.

Entspannte Fahrradtouren auch über Land

© Fotolia.de, JiSign

Für den elektrischen Zusatzantrieb bestehen drei Möglichkeiten: Nabenmotoren in Vorder- oder Hinterrad sowie der Mittelmotor, der direkt an der Kurbel ansetzt. Dieser ist meist bei hochwertigeren und damit teureren Rädern verbaut, bringt aber vor allem wegen des tieferen Schwerpunkts Vorteile beim Fahren.

Je mehr zusätzlichen Schub man aber aus dem Elektromotor bekommt, umso mehr saugt dieser den Akku leer - logisch. So können Hersteller Reichweiten nur ungefähr angeben. Für die eine Fahrweise und Stadtstrecke sind etwa 120 Kilometer realistisch, fährt man aber eine Freizeittour in das bergige Hinterland, kann die Reichweite auch schnell auf die Hälfte abfallen.

Es ist also vorausschauendes Akku-Management gefragt. Natürlich gewähren die meisten Ausflugslokale ermatteten Pedelec-Fahrern und ihren leeren Akkus während der Rast den Zugang zu einer Steckdose, so teuer ist der Strom nicht. Doch heißt das, das oft recht schwere Ladegerät auch noch mit auf die Tour zu nehmen. Oder einen Ersatzakku, der ist aber nicht leichter und kostet extra, gerne einige hundert Euro.

Der Akku am Fahrrad sollte auf jeden Fall entnehmbar sein – man will sein Radl ja nicht immer neben einer Steckdose parken müssen – und auch absperrbar. Während des Bürotages kann man sich dann sicher sein, am Abend auch wieder mit einer noch halbwegs vollen Batterie nach Hause fahren zu können. Dort lädt man besser über Nacht auf, sieben Stunden sollte man bei einem großen Akku für eine volle Ladung kalkulieren.

E-Bike: Das fällt ins Gewicht

Anders als bei Elektrorollern ist ein leerer Akku aber keine Katastrophe, das Fahrrad fährt auch weiterhin. Nur eben ohne Zusatzschub und da Pedelecs bauartbedingt relativ schwer sind (ohne Akku meist um die 25 Kilogramm), hat man dann kräftig zu strampeln. Vor allem bei Gegenwind und bergauf.

Beim Gewicht des E-Bikes gibt es noch zwei weitere Dinge zu beachten. Fahrradtransportvorrichtungen an Autos sind unter Umständen pro Fahrrad nur auf 25 Kilogramm Ladung ausgelegt oder nehmen sogar noch weniger Huckepack. Im schlechtesten Fall wird also ein neuer Ständer fällig, steigt man auf das Elektrofahrrad um. Entscheidend ist auch das vom Hersteller angegebene maximale Gesamtgewicht. Prüfen Sie genau, ob Sie inklusive Akku, Aktentasche und Laptop dieses nicht überschreiten. Dann sollten Sie zur Not zu einem stabileren und damit womöglich teureren Modell greifen. Diese Zusatzausgaben lohnen sich aber.

E-Bikes: Das taugen sie

Im Zweifelsfall sollte es also das robustere Modell sein. Wobei das Angebot in den letzten Jahren an Qualität hinzu gewonnen hat. Noch vor wenigen Jahren waren manche Tester entsetzt über nicht ausreichend stabile Rahmen, die den höheren Geschwindigkeiten nicht stand hielten. Die Hersteller haben aber dazu gelernt: Es genügt eben nicht, ein einfaches Stadtfahrrad mit einem Elektromotor und einem Akku auszustatten, es gehört mehr dazu. Käufer sollten sich aber auch kritisch hinterfragen, ob sie den höheren Geschwindigkeiten (noch) gewachsen sind. Scheibenbremsen sind zwar von großem Vorteil und bei den sportlicheren Modellen üblich, reagieren aber auch deutlich stärker als herkömmliche V-Brakes, das Risiko eines unfreiwilligen Abflugs über den Lenker steigt. Den Einstieg in die Elektromobilität sollte man daher nicht zu spät wagen, aber wenn man das Vergnügen am Fahrrad verlängern will, ist ein Pedelec in der Tat eine sinnvolle Anschaffung auch für Senioren.

Doch vor allem helfen E-Bikes dabei, bequem, schnell und sicher an den Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu kommen, ohne dort völlig verschwitzt oder verspätet einzutreffen. Wer sich beim Radeln bisher eher auf die Sommermonate konzentrierte, wird feststellen, dass mit elektrischer Unterstützung auch Herbst und Winter gute Jahreszeiten sind, sofern die Bereifung stimmt.

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