Drei günstige Kopfhörer unterschiedlicher Bauart

Peter Müller |
Keine Audiobuchse mehr, jetzt auch im iPad Pro? Kein Problem, wenn man Musik nur hört und nicht produziert. Wir haben uns drei neue Geräte unterschiedlicher Bauart angehört.

Koss Porta Pro Classic Portable: Kompakt und klanglich fein

Den Anfang unserer Betrachtung macht Koss mit dem Porta Pro Classic Portable, den S.M.G. in seinem Store für 65 Euro anbietet. Der Bügelkopfhörer ist recht angenehm zu tragen, sein Bügel weit verstellbar, für unseren Schädel also auch noch gut geeignet. Das Design aus Metall und Plastik ist etwas gewöhnungsbedürftig, doch lässt sich der Koss sehr kompakt zusammenfalten, mit seiner Transportbox passt er so in jede Akten- oder Manteltasche, andere OverEars tragen deutlich mehr auf. Ein wenig unschön das Kabel, das uns wie ein Halsband vor der Brust baumelt und beim Tragen den Eindruck verstärkt, man wäre ein Cyborg. Doch anders geht es nicht, sollen die Ohrmuscheln so leicht sein, wie sie sind.

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Wenn die Fernbedienung am rechten Ohr auch noch blau blinkt, weiß man: Widerstand ist zwecklos. Aber der Hut passt noch über den recht kompakten OverEar.

In dem "Halsband" sind Akku, Ladebuches und die Fernbedienung untergebracht, mit der man die Musik lauter oder leiser macht und stoppt oder Anrufe entgegen nimmt. Ein langer Druck auf die Mitteltaste – die Tasten liegen recht eng beieinander – ruft aber nicht Siri auf, sonder schaltet den Kopfhörer aus. Die Funktion vermissen wir aber nicht besonders, mit dem Porta Pro Classic Portable wollen wir vor allem Musik hören. Und da werden wir nicht enttäuscht. Für die Bauart recht druckvolle Bässe mit schmeichelnden Mitten und Höhen, kann man nicht meckern. Bedenken sollte man aber, dass ebenso durch die Bauart bedingt die Mitreisenden in der Bahn oder die Mitschreibenden im Büro von der Musik ziemlich viel mitbekommen, allzu laut sollte man den Koss Porta Pro Classic Portable also nicht aufdrehen.

Preis: 65 Euro

Hersteller: Koss

Bezugsquelle: S.M.G.

Taotronics TT-BH 22: Noise Cancelling und Sonderfarbe

Über unfreiwillige Mithörer muss man sich beim TT-BH 22 keinerlei Sorgen machen. Der Noise-Cancelling-Kopfhörer hält sein Versprechen schon im ausgeschalteten Zustand und lässt nur wenig Außengeräusch durch. Schaltet man das Active Noise Cancelling (ANC) ein, wird dies bezüglich tiefer Frequenzen wie Brummtönen der S-Bahn noch ein Stück besser. Der Sound ist der Preisklasse angemessen, die Bässe allerdings ein wenig überbetont und die Mitten ein wenig dumpf, dafür stechen die Höhen nicht in den Ohren, sondern schmiegen sich fein in die Gehörgänge.

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Nichts gegen rosa, aber das beißt sich mit dem roten Hemd. Der Sound ist in Ordnung.

Abzüge in der B-Note geben wir aber wegen des Farbtons. Der ist gut gemeint, immer nur schwarz ist auf die Dauer ja langweilig. Der Ton "Sakura Rosa", der an japanische Kirschblüten erinnern soll, richtet sich vor allem an Frauen. Nun ja, Technikprodukte einfach rosa zu färben und meinen, dass dann die Damen darauf abfahren, haben schon ganz andere versucht, wir haben den Eindruck, die IT-Industrie kommt von diesem platten Vorhaben wieder ab. Wenn's ihr (oder ihm) gefällt, dann soll sie (oder er) aber gerne Sakura Rosa tragen, der Farbton ist beinahe wie der klang: Nicht so schrill, sondern eher dezent. Persönlich würden wir aber doch zum schwarzen Exemplar greifen, solange es noch kein rot-weißes gibt.

Preis: 70 Euro

Hersteller: Taotronics

Bezugsquelle: Amazon

Passt nicht: Taotronics InEar V5.0

Das Produktversprechen des InEar V5.0 ist kein schlechtes: Dank der 3350 mAh fassenden Ladebox soll der InEar für eine ganze Woche spielbereit sein. Bei uns wäre er das noch länger, denn in unseren Ohren bietet er kein Vergnügen. Das ist den InEars nur teilweise anzukreiden - sie passen einfach nicht richtig in unseren Gehörgang - und ist noch dazu ein wenig unangenehm zu tragen. Und da keinerlei anpassbare EarWings oder Stöpsel dabei sind, bleibt das auch so. Resultat ist ein bassarmer und etwas blecherner Klang. Wir haben da schon weit besseres in der Bauart gehört, vor allem Apples AirPods, die uns nicht einmal richtig passten, beeindruckten mit ausgewogenem Klang.

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Die Ladeschale ist mit ihren 3350 mAH natürlich eine Ansage - und verteilt keine Stromschläge.

© Taotronics

Funktional ist an den Taotronics InEar aber nichts auszusetzen, Siri können wir mit einem längeren Druck auf den rechten Stöpsel aktivieren, nimmt man einen der drahtlosen Hörer aus dem Ohr, hören beide sofort zu spielen aus. Und wie auch die AirPods könnte man sie für noch längere Spielzeit auch einzeln  mit dem iPhone koppeln und dann eben Mono hören. Der Preis ist indes für drahtlose InEars sehr attraktiv, wer bereit ist, gewisse Abstriche beim Klang zu machen, ist damit bestens bedient.

Preis : 60 Euro

Hersteller: Taotronics

Bezugsquelle: Amazon