A24 will Filme für Apple TV produzieren

Peter Müller |
Kommendes Jahr wird Apple mit seinem Video-Dienst an den Start gehen – dieser soll für Apple-Kunden gratis sein.
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Apple TV

Apple

Update vom 16. November 2018: Die Pläne für Apples Videostreamingdienst werden immer konkreter, vermutlich geht dieser in der ersten Jahreshälfte 2019 an den Start. Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler für Serien und Dokumentation hat Apple bereits etliche eingekauft. Wie das Wall Street Journal ( via arstechnica ) berichtet, hat Cupertino nun auch einen Vertrag mit dem Filmstudio A24 über die Produktion abendfüllender Spielfilme abgeschlossen, die exklusiv bei Apple gezeigt werden sollen. Das New Yorker Unternehmen war unter anderem für den Oscar-Gewinner von 2017, Moonlight, verantwortlich. Details des Vertrages sind kaum bekannt, es soll sich aber um eine mehrjährige Vereinbarung handeln und A24 unabhängig agieren können.


Update vom 11. Oktober 2018:  Apple bestätigt zwar keinerlei Berichte über selbst produzierte Serien und Shows – mit Ausnahme einer Kooperation mit Oprah Winfrey und den bereits bei Apple Music laufenden "Carpool Karaoke" und "Planet of the Apps" – doch scheint der Start eines TV-Services für das kommende Jahr ziemlich sicher zu sein. CNBC will nun von informierten Quellen erfahren haben , dass die von Apple produzierten Inhalte kostenlos zu sehen sein werden, auf Apple-Geräten. Konkret werde Apple seine App TV dazu nutzen, die Filme, Serien und Shows zu verbreiten. Im kommenden Frühjahr werde es eine neue Version der App für iPhone, iPad und Apple TV geben, aller Voraussicht nach auch eine Version für den Mac – dem Beispiel der iOS-Apps Aktien, Sprachmemos, News und Home folgend. Innerhalb der App mit ihren Gratis-Inhalten werde man weitere Kanäle von bezahlpflichtigen Fernsehsendern wie etwa HBO im Abo dazu buchen können. Apple TV könnte gewissermaßen ein Vehikel sein, Kunden in das Apple-Ökosystem zu locken respektive sie dort zu halten.


Update vom 30. Juli 2018: Apple hat sich laut eines Berichts von Deadline die Rechte an der Serie Time Bandits gesichert, die Anonymous Content, Paramount Television und Media Rights Capital produzieren wollen. Terry Gilliam, Regisseur des Fantasy-Filmes aus dem Jahr 1980, soll als einer der Exekutivproduzenten beteiligt sein, wird am Drehbuch aber nicht mitarbeiten.


Update vom 29. Juni 2018: The Information will erfahren haben , dass Apple im kommenden Jahr seinen Video-Service nicht als alleinigen Abodienst vorstellen wird, sondern ihn in ein Paket mit Apple Music und iCloud Storage packen will. Gewissermaßen soll das also das Pendant zu Amazon Prime werden - ohne die kostenlose Lieferung von allerlei Waren natürlich. Macworld's Michael Simon macht die Rechnung auf und stellt fest, dass Abonnenten derartiger Dienste bis zu 200 US-Dollar im Jahr auszugeben bereit sind, weil sie meist mindestens zwei Abos unterhalten, etwa Spotify mit Hulu oder Apple Music mit Netflix. Apple könnte daher für ein Superbundle aus Apple Music, Apple Video, Apple News – in das das Angebot von Texture eingeht – gut und gerne 20 Dollar im Monat respektive 200 Dollar im Jahr verlangen, dazu gäbe es noch 100 GB (oder hoffentlich mehr!) iCloud-Speicher obendrauf. Womöglich würden aber die einzelnen Dienste für jeweils 10 Dollar monatlich bestehen bleiben. Apple hätte dann ein beinahe konkurrenzloses Produkt, im Vergleich zu  Amazon Prime (ohne Music Unlimited) etwa auch einen kompletten Musikkatalog. Das wäre auch mehr als Netflix und Spotify zusammen bieten könnten, mal abgesehen von exklusiven Serien, die nur bei der Konkurrenz laufen. Das Angebot steht und fällt aber mit der Qualität der angebotenen Serien und Shows, so dass die künftigen Abonnenten gar nicht mehr auf die Idee kommen, wo anders zu schauen.


Update vom 21. Juni 2018: Seit gut einem Jahr sind die Sony-Veteranen Jamie Erlicht und Zack Van Amburg in Cupertino damit beschäftigt, für Apple einen Videoservice aufzubauen. Sogar Apple selbst hat die ein oder andere von den beiden angestoßene Kooperation bereits bestätigt, etwa den mehrjährigen Vertrag mit Oprah Winfrey . Insgesamt hat Apple bereits Produktionen von 18 Shows angestoßen, diese werden noch eine Weile brauchen, bis sie sendereif sind. Apple denkt auch an TV-Shows für Kinder. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet , habe das Team um Erlicht und van Amburg bei Sesame Workshop eine Reihe von Live-Shows und animierten Serien in Auftrag gegeben. Sesame Workgroup ist die Non-Profit-Organisation hinter der Sesame Street, letzte ist nicht Bestandteil der Vereinbarung und wird somit in Apple-TV-Programm eher nicht laufen.

Vor dem nächsten Frühjahr wird es mit einem womöglich schlicht "Apple TV" genannten Dienst nichts, ohnehin würde sich für den Start eher der Spätsommer/Frühherbst anbieten. In welcher Form Apple die Inhalte an die Kunden bringt, ist noch völlig offen. Die Verantwortlichen haben Optionen von einem Ausbau von Apple Music, über einen Stand-Alone-Dienst, der mit Netflix in Konkurrenz gerät, bis hin zu anderen Bundles von Content, Services und Geräten.

Jason Snell hat sich nun in seiner Macworld-Kolumne "More Color" gefragt , wie er entscheiden würde.  Sein Tipp: Apple werde mit dem Apple TV genannten Service im kommenden Frühjahr an den Start gehen. Anders als bei Apple Music wird nur der erste Monat gratis sein und von sechs originären Serien wird es zum Start jeweils die erste Hälfte der ersten Staffel geben. Auch folgende Serien werde Apple weder staffelweise ausspielen noch im klassischen Format aus linearen Zeiten "Eine Folge pro Woche". Stattdessen gebe es einen Kompromiss: Eine halbe Staffel auf einmal und zweite Hälfte einige Wochen später.

Einen Katalog mit älteren Sendungen und Filmen sei nicht zwangsweise notwendig, wenn die Inhalte stimmen. "Star Trek: Discovery" sei für Jason Snell auch der einzige Grund für ein Abo bei CBS All Access gewesen (in Deutschland läuft das bei Netflix), ebenso "The Handmaids Tale" für ein solches bei Hulu (Telekom Entertain hat die Serie hierzulande im Angebot). Der Back-Katalog bei Apple werde recht überschaubar sein, tippt Snell, alte Folgen der "Amazing Stories" – von der Serie aus den Achtzigern gibt es eine Neuauflage geben –  dürften ebenso dabei sein wie die "Friends" von Jennifer Aniston, die für Apple zusammen mit ihrer Kollegin Reese Witherspoon eine Show gestaltet.

Kosten werde der Service acht US-Dollar im Monat und dürfte schon zum Start praktisch überall verfügbar sein und nicht erst nach und nach weltweit ausgerollt. Für die weitere Zukunft hat Snell noch einen verwegenen Tipp: Apple könnte sein Betriebssystem tvOS an Hersteller von 4K-HDR-Fernsehern lizenzieren, das Apple TV wäre damit gewissermaßen bereits eingebaut und durch die Hintertür käme endlich der Apple-Fernsehapparat in die Wohnzimmer. Bisher gibt Apple keine Empfehlung, welche Apparate welcher Hersteller zum Apple TV 4K am Besten passen, aber das kann sich durchaus ändern.


Update vom 10. April 2018: Laut eines Berichts von "Deadline" hat Apple offenbar den Zuschlag für die Verfilmung der Foundation-Trilogie des Science-Fiction-Schriftstellers Isaac Asimov erhalten und wird diese als Serie in seinen TV-Streaming-Dienst bringen. Die Firma Skydance Television, die im letzten Juni die Filmrechte von der Asimov-Stiftung erhielt, wird die Serie produzieren, mit prominenten Verantwortlichen so sollen David S. Goyer, der etwa "Batman Begins" und "The Dark Knight" schrieb und Josh Friedman, der mit James Cameron auch an einem Neustart des Terminators und einer Fortsetzung von "Avatar" arbeitet, als ausführender Produzent und Showrunner fungieren. Mehr Details sind nicht bekannt, vor allem nicht, wann die Serie fertig für den Stream sein wird. 


Stand vom 28. Februar 2018: Apple hegt weitere Pläne für sein Videoangebot. Wie "Variety" berichtet , habe Cupertino den Regisseur M. Night Shyamalan dazu engagiert, eine Psycho-Thriller-Serie zu drehen. Das Drehbuch stamme von Tony Basgallop, die zehn halbstündigen Episoden werde Shyamalan als Executive Producer verantworten und in der ersten Folge auch Regie führen. Der Plot der Geschichte sei noch geheim. Shyamalan, bekannt geworden durch Filme wie "The Sixth Sense" oder "The Village", die mit einem besonderen Twist am Ende überraschen, hat bereits Erfahrungen mit TV. Für Fox drehte er die Serie "Wayward Pines", die über zwei Staffeln lief.

Für sein ambitioniertes Video-Programm hat Apple erst kürzlich mit Carol Trussell eine neue Head of Production angeheuert, die ab März sich um das wachsende Portfolio von Projekten für originäre TV-Inhalte kümmern soll. Trussell wechselt von Gaumont Television, wo sie seit 2013 Produktionsvorstand war.  In dieser Position war die für die Produktionen von Serien wie "Narcos", "Hannibal", "Hemlock Grove" und "F is for Family" verantwortlich.

Prominente Top-Manager an Bord

Apple hat ambitionierte Pläne im TV-Bereich, den die beiden  Sony-Veteranen Zack Van Amburg und Jamie Erlicht leiten. Denen sind offenbar schon einige spektakuläre Geschäftsabschlüsse gelungen, so steht seit Oktober letzten Jahres fest, dass Star-Regisseur Steven Spielberg neue Episoden seiner legendären Serie aus den Achtzigern "Amazing Stories" für Apples Angebot produzieren werde. Zudem ist eine Sitcom von und mit Reese Witherspoon und Jennifer Aniston geplant.

Apple will insgesamt eine Milliarde US-Dollar für originäre Inhalte ausgeben, was nur auf den ersten Blick nach viel Geld aussieht. Ambitionierte Serien können gerne fünf Millionen US-Dollar pro Folge kosten, ob sie ihr Geld aber auch wert sind, lässt sich oft erst nach einer oder zwei Staffeln sagen. Zum Vergleich: Netflix investiert acht Milliarden US-Dollar in originäre Inhalte pro Jahr.

Was Apple mit seinen TV-Inhalten letztendlich vorhat, ist ungewiss. Ein weiterer Netflix-Konkurrent? Eine Aufwertung von Apple Music? Oder irgend etwas dazwischen? Netflix hat nicht nur das deutlich höhere Budget, sondern auch einen gewaltigen zeitlichen Vorsprung in der Branche, den Apple trotz seiner großen Kundenbasis wohl nur schwer aufholen könnte.

Welche Pläne Apple hat

Kurz nach dem Tod von Steve Jobs im Oktober 2011 kursierte bereits das Gerücht, Apple würde einen TV-Apparat entwickeln, weil Jobs seinem Biographen Walter Isaacson anvertraut habe, er "habe es geknackt": Also das Geheimnis des Fernsehens. Das Gerät allein kann er kaum gemeint haben, und wohl auch nicht nur die Software, sonder das dahinter stehende Angebot.

Nachdem sich aber die Spekulationen über einen Apple-Fernseher weitgehend als haltlos erwiesen, machten bis vor gut drei Jahren noch Berichte die Runde, Apple würde einen vereinheitlichten IP-Fernsehservice planen, der die Angebote der Kabelnetze obsolet machen würde. Angeblich waren die Verhandlungen mit den Fernsehsendern und anderen Rechteinhabern über die Verteilung ihrer Inhalte über das Internet recht weit gediehen, scheiterten offensichtlich aber vor der Ziellinie.

So war seit 2015 Apples Mantra: "Die Zukunft des Fernsehens besteht in Apps". Und in der Tat, auf dem Apple TV 4 und dessen Nachfolger Apple TV 4K bringen die meisten Anbieter ihre Dienste per App an den Kunden, HBO, Sky, Netflix und seit kurzem auch Amazon. In der Theorie sollte das Betriebssystem tvOS einen vereinheitlichten Login für alle Dienste bieten, die man abonniert hat und Siri sowie die TV-App als Programmführer und präzise Fernbedienung arbeiten – in der Praxis funktioniert das so leidlich, weil es vor allem an Live-TV fehlt. In Deutschland würden das etwa Vodafone und die Telekom über ihre Router und Receiver anbieten, aber eben nicht auf dem Apple TV.

Im Juni auf der WWDC wird Apple womöglich aber Neues zu seinen TV-Plänen verraten, im Jahr 2015 gab es dort auch den Startschuss für Apple Music. Vor dem Herbst werden die in Auftrag gegebenen Serien und Shows ohnehin nicht fertig sein, ein Start erst  im Jahr 2019 dürfte noch wahrscheinlicher sein.

Schon im Programm und vorangekündigt

Für Apple Music hat Apple bereits einige Shows produzieren lassen und bietet diese im Stream an. Der Erfolg war bisher mäßig, das Format "Carppol Karaoke" scheint als Element in James Cordens "Late Night Show" besser zu funktionieren als in der Fassung mit längeren Episoden, die Apple Music bereit hält. Und auch die Show "Planet of the Apps" war nicht besonders sehenswert, der Abklatsch von "Dragons' Den" ("Die Höhle der Löwen"), in der Entwickler potentiellen Förderern ihre App-Ideen vorstellten, geriet nicht gerade in Emmy-Verdacht. Durchaus interessant ist aber, was neben "Amazing Stories" und der kommenden Shyamalan-Serie noch auf dem Plan steht. So soll Apple auch eine Doku-Serie über die Jugend des Basketballer Kevin Durant mit dem Titel "Swagger" planen, das Duo Kumail Nanjiani und Emily v. Gordon arbeite an einer Serie über Immigranten namens "Little America". Hinzukommen sollen noch eine Science-Fiction-Serie von Ronald D. Moore, der für "Kampfstern Galactica" verantwortlich zeichnete und eine Comedy-Show mit Kristen Wiig ("Bridesmaides").