Cryptominer im AppStore? App Calendar 2 finanzierte sich per Mining

Stephan Wiesend |
Die App Calendar 2 kostet 18 Dollar, alternativ konnte sie auch nach der Währung Monero schürfen – was zu einigen Irritationen führte.
image description

Die Software Calendar 2 (hier Calendar Plus) ist eine funktionsreiche Kalendersoftware.

IDG

Update vom 14. März 2018: Apple hat die Anwendung Calender 2, die einen Kryptominer enthielt,  aus dem Mac App Store entfernt, da sie die Richtlinie 2.4.2 verletzte, die Programmen vorschreibt, energieeffizient zu arbeiten. Was bei Kryptominer eindeutig nicht der Fall ist. Der Entwickler Qbix bringt nun Calender 2 ohne das Mining-Feature zurück in den App Store und bietet allen Kunden die Premium-Funktionen der App für ein Jahr kostenlos. Für den Anbieter hätte sich das Mining lohnen können, nach eigenen Angaben schürfte man  innerhalb von drei Tagen immerhin Moneros im Wert von 2000 US-Dollar.

Meldung vom 13. März 2018: Betreibt eine App im Hintergrund einen so genannten Miner, der eine Crypto-Währung generiert, handelt es sich meist um Malware. So klingen Meldungen von Ars Technica und Patrick Wardle erschreckend, es gebe jetzt sogar schon im App Store Apps, die heimlich nach Krpytowährungen schürften. Laut Wardle war die Crypto-Funktion permanent aktiv und nach seiner Meldung der App bei Apple, verschwand sie aus dem Store. Die Funktion wäre zwar dokumentiert, aber nur unzureichend, der App Store also deutlich unsicherer als von Apple behauptet.

Bei der Software Calendar 2 von Qbix war dies aber etwas anders, wenn man die Stellungnahme des Herstellers Qbix gegenüber "Ars Technica" hört: Die renommierte Kalendersoftware kostet regulär 18 Dollar oder einen Dollar im Monat. Alternativ konnte man sie aber in einer neuen Version kostenlos nutzen und dafür im Hintergrund nach der Krypto-Währung Monero schürfen lassen. Eine ungewöhnliche Finanzierungsmethode, die Apple überraschenderweise gestattet. Im Unterschied zu heimlich installierten Mining-Apps ist die Funktion also offengelegt und muss bei der Installation erst aktiviert werden. Mittlerweile bereut der Firmengründer Gregory Magarshak die Entscheidung für die Integration eines Miners, dies aber aus einem anderen Grund: Das verwendete Mining-Framework hatte nämlich laut Magarshak schwerwiegende Fehler. Die Mining-Funktion ließ sich nicht abschalten und war auch bei zahlenden Kunden aktiv. Sie erzeugte außerdem eine immense CPU-Last, die den Rechner ausbremste. Mittlerweile hat Qbix die App deshalb auch wieder aus dem App Store genommen.

Unsere Meinung : Glaubt man Qbix, war alles nur ein Versehen, Patrick Wardle hätte danach etwas übertrieben. Trotzdem hat sich Qbix mit seiner Finanzierungsmethode sicher keinen Gefallen getan, wirkt eine Mining-Funktion doch in jedem Fall etwas anrüchig und Magarshak hat erst vor kurzem eine eigene Fintech-Firma namens Intercoin gegründet. Vermutlich liegt die Wahrheit hier in der Mitte.