Bowers & Wilkins PX – Musikalischer Bluetooth Kopfhörer mit ANC

Thomas Bergbold |
Die Kopfhörerspezialisten von Bowers & Wilkins präsentieren mit dem PX einen Bluetooth Kopfhörer im typischen B&W-Design. Modernste Technik mit App-konfigurierbarer Geräuschunterdrückung und aktuellen Übertragungsstandards wie AAC und aptX HD, machen neugierig und lassen auf einen sehr guten Klang hoffen.
B&W

BW PX

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Wie auch die anderen Kopfhörer von Bowers & Wilkins so glänzt auch der PX mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung. Die Farbgebung unseres Testmuster mit Dunkelblau und Gold sieht besonders edel aus. Leder findet sich überall, wo der PX die Haut berührt,  also auf Ohrpolster und der Auflage des Kopfbügels.

Etwas Besonderes hat sich B&W beim Ohrpolster einfallen lassen. Normalerweise sind diese sehr ausladend und dick. Nicht so die des PX. Die Auflagefläche ist sehr schmal und trotzdem sitzt der OverEar sehr angenehm.

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© B&W

Neben der sehr eleganten Farbkombination dunkelblau und gold, gibt es den PX auch in klassischem schwarz.

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Die passive Abschottung von Außengeräuschen ist sehr gut, wer mehr benötigt, zum Beispiel im Flugzeug, kann die aktive Geräuschunterdrückung aktivieren. In drei Stufen, von Büro über Stadt und in der stärksten Stufe Flug, macht sie einen sehr guten Job. Zusätzlich gibt es sogar eine Pass-Through-Funktion, die ebenfalls in drei Stufen Umgebungsgeräusche an den Hörer durchlässt. Die Einstellungen werden über die Headphones App vorgenommen. Diese benötigt man auch, um den Kopfhörer am iPhone anzumelden. Das klappt nämlich nicht wie üblich über die Bluetooth-Konfiguration am iPhone direkt.

Funktionsreiche App

Weitere Gimmicks der App sind das Zurücksetzen des PX, die Akkuanzeige und ein Sensor, der registriert, ob der PX aufgesetzt ist. Der Sensor steuert eine besonders clevere Idee bei, um Strom zu sparen. Setzt man den B&W nämlich ab, so wird die Musikwiedergabe pausiert, beim Aufsetzen startet sie direkt wieder. Die Ladezustand des Akkus ist übrigens auch in der iOS-Anzeige zu sehen. In unserem Test allerdings mit einer Abweichung von 13 Prozentpunkten.

Die Einstellungen der aktiven Geräuschunterdrückung in der App sind vorbildlich umgesetzt. Hier kann der Nutzer unter Umgebungsfilter die Stärke einstellen und bei Pass-Through-Funktion angeben wie viel der Umgebungsgeräusche durchgelassen werden sollen. Letzteres ist besonders dann Sinnvoll, wenn man noch etwas vom Straßenverkehr mitbekommen möchte.

Ansonsten gibt es an dem Akku nichts auszusetzen, bei einer Laufzeit von rund 26 Stunden im Test ohne aktiver Geräuschunterdrückung liegen wir knapp unter der Werksangaben von 29 Stunden. Mit aktiver Geräuschunterdrückung sind es rund 22 Stunden bei einer Bluetooth-Verbindung und rund 33 Stunden mit Kabelverbindung.

Was nicht gut gelöst ist, ist der Betrieb in Verbindung mit dem Kabel. Hierfür ist nämlich immer der Akku nötig. Also Musikhören mit leerem Akku geht beim PX nicht. Kleine, aber angenehme Überraschung: Die Ladebuchse ist eine USB-C-Buchse. Ein kleiner Fortschritt gegenüber den sonst fummeligen Micro-USB-Buchsen.

Soundtest bestanden

Um den Kopfhörer zu fordern, starten wir unseren Soundcheck mit akustischer Musik. Ein neues Album von Michael Bublé kommt uns da gerade recht. Eine Stimme zum Dahinschmelzen und zarte Streicher empfangen uns gleich beim ersten Lied „When I Fall in Love“. Die Bühne wird zwar nicht sehr weit aufgemacht und das Orchester sitzt etwas näher zusammen. Das ist zwar ein typischer Effekt bei Bluetooth-Kopfhörern, doch der PX macht das Beste daraus und umschmeichelt den Hörer mit seinem warmen Klang. Das kommt auch unserem nächsten Lied vom Album Love, „My Funny Valentine“, zugute. Michael präsent und kräftig in der Stimme, mit vollem Orchester im Rücken, das macht Spaß.

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Für einen Over-Ear Kopfhörer baut der PX sehr schmal.

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Als nächstes darf eine Neuentdeckung in meinem virtuellen Plattenschrank an das Mikrophon. Lisa Simone mit einer kräftigen und klaren Stimme singt Jazz vom Feinsten. Beim PX zeigt sich die Stimme schön klar und kräftig ohne aggressiv scharf zu sein. Ein Vergnügen, das zum Beispiel beim Titel „All Is Well“ wunderbar zur Geltung kommt. Hier begeistert auch das Spiel der Gitarre, man kann förmlich das Zupfen des Basses sehen, so präsent ist er im Kopf.

Dass der PX auch bei unserem nächsten Interpreten vollen Einsatz zeigt, war zu erwarten. Till Brönners Trompete lässt einen förmlich in den Feierabend schmelzen. Alles in Allem eine sehr überzeugende Vorstellung des PX für einen Bluetooth-Kopfhörer. Das kann nur unser Referenz Kopfhörer deutlich toppen. Nur ist der P7 ein Kopfhörer von B&W mit Kabel und nicht Bluetooth.

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Bei der Bedienung setzt Bowers & Wilkins auf klassische Tasten.

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Natürlich hört nicht jeder Jazz, also was vermag der PX mit Pop und Elektro zu leisten? Dass der PX sehr neutral abgestimmt ist, haben wir schon bemerkt und genau diese Eigenschaft zeigt sich positiv bei unseren nächsten Titeln. "New Order" darf den Anfang mit dem Live Album NOMC15 machen. "Singularity" ist ein Titel, der einen mit seinen Gitarren und Schlagzeug immer weitertreibt. Das gelingt dem PX sehr gut, wir haben den Titel aber auch schon etwas spritziger gehört. Dafür ist der Bass kräftig und nicht übertrieben. Das gleiche Bild gibt sich bei dem Kulthit „True Faith“.

Weg von Live und hin zu Studioaufnahmen mit Massive Attack. Zurückhaltende Höhen? Nicht bei „Dead Editors“ auf Ritual Spirit. Knochentrockener Beat, sorgt zusammen mit der düsteren Stimme für Gänsehaut. Düster machen wir gleich weiter und auch bei "The XX" könnte man von zurückhaltenden Höhen sprechen, doch passt die warme Klangabstimmung perfekt zum Sound auf „I See You“.

Unser Abschluss bildet diesmal die reine elektronische Musik von Yello. Das sehr spacige Album "Toy" eröffnen sphärischen Klänge, die der PX sehr schön herausarbeitet. "Limbo" mit seinem Tanzrhythmus bildet den Abschluss unseres Klangchecks. Und so tanzen auch wir beschwingt in den Feierabend, allerdings mit dem Eindruck, den Bass schon mal tiefer gehört zu haben. Sehr zufrieden beenden wir jedoch unsere Session mit einem der klanglich besten Bluetooth-Kopfhörer.

Fazit

Auffällig am PX ist der für einen Bluetooth-Kopfhörer klare und neutrale Klang. Egal, welche Musikgenres wir dem PX gegeben haben, ein leichter und entspannter Klang erfreute die Ohren. Zusammen mit der sehr guten aktiven Geräuschunterdrückung ergibt sich klanglich ein positives Bild. Extreme Bässe sucht man vergebens, dafür kann man jedes Musikgenre mit ihm genießen.

Wer den großzügigen Einsatz von Leder zum Beispiel beim P7 gewohnt ist, wird von PX erst einmal enttäuscht sein. Der stramme Sitz dürfte auch so manchem Brillenträger unangenehm sein. Wer keine Brille trägt, freut sich jedoch über einen perfekten Halt. Da die Tastensteuerung auch in Ordnung geht, ist der PX ein rund um empfehlenswerter Bluetooth-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung.

Hersteller:

Bowers & Wilkins

Preis:

€ 399,-

Note:

1,3 sehr gut

Vorzüge:

sehr guter neutraler Klang, natürlicher Bass

Nachteile:

Kabelbetrieb nicht mit leerem Akku, hoher Preis

Alternativen:

Beoplay H9Sony MDR-1000X