Bosch 360-Grad-Überwachungskamera im Test: Bewegungssensor und Privatsphäre-Schutz

Update 4.9.2019: Wir haben die Bosch 360 Grad Innenkamera mit pfiffigem Privatsphäre-Schutz und Gegensprechanlage erstmals im Mai 2017 getestet. Ende 2018 haben wir sie erneut einem Test unterzogen. Seit unserem ersten Test ist die zweite Generation dieser Kamera zur Innenraum-Überwachung erschienen (wobei diese zweite Generation technisch identisch mit der ersten Generation sein soll). Wie sieht es mit ihrer Langzeitqualität aus? Wir machen den Test und nehmen die mittlerweile zu Preisen zwischen 190 und 200 Euro erhältliche Kamera ab heute (3.9.2019) in den Langzeittest.

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Die Einrichtung geht unproblematisch und rasch über die Bühne. Verbinden Sie die Kamera (eine passende Micro-SD-Karte ist bereits bei der Auslieferung eingelegt) mit einer Steckdose (die Kamera besitzt keinen Akku). Installieren Sie die Bosch Smart-Home-App für iOS und Android auf Ihrem Smartphone und legen Sie ein Bosch-Kunden-Konto an. Danach fügen Sie die Kamera der App hinzu, indem Sie den von der App erzeugten QR-Code vor die Bosch-Kamera halten. Außerdem verbinden Sie die Kamera mit Ihrem WLAN-Netzwerk. Das alles geht binnen weniger Minuten über die Bühne. Danach ist erst einmal eine kleine Pause angesagt, weil das obligatorische Firmware-Update auf der Kamera installiert wird.

Links sieht man einige gespeicherte Nachtaufnahmen, rechts die aktuelle Ansicht.

Sobald die Kamera betriebsbereit ist - das erkennen Sie daran, dass Sie das aktuelle Kamerabild auf Ihrem Smartphone in der Bosch-App empfangen - können Sie die Kamera-Reaktionen nach Ihren Wünschen konfigurieren. Also vor allem den Bewegungsmelder justieren und gegebenenfalls auch die Geräuscherkennung aktivieren.

Alles klappt auf Anhieb. Das Bild ist gut und die Kamera reagiert zuverlässig, wenn auch mit leichter Verzögerung auf unsere Steuerbefehle zum Schwenken der Kamera. Das klappt auch von außerhalb der Wohnung via Mobilfunkverbindung. Auch das Bild bei Nacht ist passabel und ermöglicht einen guten Überblick. Die Bewegungserkennung funktioniert ebenfalls zuverlässig und schnell. Etwas nervig ist allerdings das Geräusch, mit dem die Kamera jedes Ereignis bestätigt.

Tipp 1: Sie können die Kamera auch per Sprachbefehl an Alexa steuern.

Tipp 2: Achten Sie darauf, dass in Ihrem Router durchgehend der WLAN-Betrieb freigeschaltet ist. Denn falls Sie beispielsweise in Ihrer Fritzbox als Stromspar-Maßnahme nachts das WLAN abschalten lassen, dann lässt sich auch die Bosch-Kamera nicht mehr benutzen. Lassen Sie während des Einsatzes der Kamera also entweder das WLAN generell in Betrieb oder wählen Sie die Routereinstellung so, dass das WLAN erst abgeschaltet wird, wenn kein Gerät mehr damit verbunden ist.

Top: In unserem Test meldet uns die Kamera zeitnah sowohl das Abschalten des WLANs als auch dessen spätere Reaktivierung. Beide Benachrichtigungen bekamen wir, weil die Bosch-Kamera mit dem Cloud-Dienst von Bosch verbunden ist.

Update Ende

Unabhängig von seinem Smart-Home-Komplettsystem bietet Bosch zwei Überwachungskameras an, die sich als Stand-alone-Geräte ohne Basisstation nutzen lassen. Eine dieser beiden Kameras, die Bosch Smart-Home-Eyes-Außenkamera, ist für den Einsatz im Freien gedacht. Sie muss - anders als beispielsweise die Arlo Pro von Netgear - mit einem Stromanschluss fest verbunden und zudem mit Schrauben/Dübel befestigt werden.

Die andere Bosch-Kamera ist für die Innenraum-Überwachung gedacht. Wir haben uns diese Bosch-360-Grad-Innenkamera genauer angeschaut.

Erster Eindruck: Ansprechend

Die Bosch 360-Grad-Innenkamera (72 x 182 x 72 mm) kostet rund 190 Euro. Am äußeren Erscheinungsbild gibt es nichts zu mäkeln: Die Kamera sieht wertig aus und fühlt sich robust an. Sie können die Kamera also überall in der Wohnung aufstellen, ohne sich dafür den Spott Ihrer Besucher einzuhandeln.

Vorderseite und Rückseite.

Inbetriebnahme: Sehr einfach

Sie nehmen die Bosch 360-Grad-Innenkamera derart schnell und unkompliziert in Betrieb, dass es fast nicht mehr zu toppen ist. Laden Sie sich die Bosch Smart-Camera-App für Android oder iOS herunter (ab Android 4.4 oder iOS 9). Richten Sie dann Ihr Bosch-Benutzerkonto ein – der Zugriff auf die Kamera erfolgt über einen Cloud-Dienst von Bosch.

Cloud-Dienst: In der Grundversion kostenlos

Für den Cloud-Dienst fallen im Unterschied zur Nest Cam Indoor keine Abonnementgebühren an, Sie zahlen also nur den einmaligen Kaufpreis.

QR-Code scannen.

Bosch plant aber eine Erweiterung des Speicherplatzes in der Cloud. Diese Speicherplatzerweiterung soll dann kostenpflichtig werden. Nur für die Kunden, die diesen zusätzlichen Speicherplatz nutzen wollen, entstehen dadurch zusätzliche Kosten, wie Bosch auf unsere Nachfrage erklärte.

Melden Sie sich mit dem neuen Konto in der App an, geben Sie Ihre WLAN-Zugangsdaten ein und klicken Sie in der App auf „Kamera hinzufügen“. Die App zeigt nun einen QR-Code an.

Jetzt schließen Sie die Kamera an eine Steckdose an, warten, bis die Kamera hochgefahren ist – das signalisiert sie durch einen blauen LED-Ring – und halten den QR-Code auf dem Smartphone vor die Kameralinse. Ruckzuck scannt die Kamera den QR-Code und verbindet sich dann mit Ihrem WLAN-Router und der Bosch-App. Alle nötigen Konfigurationsdaten zieht sich die Kamera von Ihrem WLAN-Router, Sie müssen keine Konfigurationsdaten von Hand eingeben.

Hinweis: Gelegentlich stellt Bosch Firmware-Updates für die Kamera bereit. Diese werden per WLAN automatisch aufgespielt. Während der Installation des Updates steht die Kamera nicht zur Verfügung.

Zugriff per Smartphone-App und Alexa

Binnen weniger Sekunden nach dem Scan des QR-Codes ist die Kamera funktionsbereit und Sie können von der App darauf zugreifen – ein Webfrontend gibt es übrigens nicht und Bosch plant auch nicht ein solches einzurichten. Die einfache Einrichtung ist ein wohltuender Unterschied zu älteren beziehungsweise billigen Webcams, bei denen Sie mühsam IP-Adressen und andere Daten eintippen und unter Umständen sogar einen Desktop-Client installieren müssen.

Fairerweise muss man aber sagen, dass mittlerweile etliche hochpreisige Webcams wie auch die D-Link Omna 180 HD oder die Nest Cam eine derart einfache Einrichtung unterstützen.

Die Bilder mehrerer Kameras lassen sich darstellen.

Tipp 1: Sie können die Bilder von mehreren Bosch-360-Grad-Kameras gleichzeitig empfangen. Laut Bosch sollen sich bis zu zehn Kameras anzeigen lassen.

Tipp 2: Sie können von mehreren Smartphones aus auf die Kamera zugreifen. Dazu installieren Sie auf allen Smartphones die App mit den gleichen Zugangsdaten.

Neben der Bosch-App steht auch noch Alexa zur Bedienung der Kamera per Sprachbefehl zur Verfügung.

Hinweis: Falls Sie das Bosch Smart-Home-System verwenden, lässt sich die Kamera samt Videostream und Bedienung komplett in die App des Bosch Smart-Home-Systems integrieren. Parallel dazu können Sie aber auch weiterhin die Kamera-App verwenden.

Livestream in der App

Sobald die Kamera eingerichtet ist, können Sie ihr Bild (1920 x 1080 Pixel Auflösung) jederzeit von der App aus abrufen. Die Verbindungsaufnahme klappte immer zuverlässig. Wir konnten immer mit der App sowohl von innerhalb unseres WLAN-Netzes als auch von außerhalb des WLAN-Netzes auf die Kamera zugreifen.

Startseite der App.

Sie sehen dann das Echtzeitbild als Livestream mit Ton. Die Verbindungsaufnahme dauert nur wenige Sekunden. Die Bildqualität ist tagsüber wirklich gut und auch die Tonqualität passt.

Sie können in der App jederzeit die Kamera ein- und ausschalten sowie die Benachrichtigungsfunktion aktivieren. Beide Funktionen - also das Bild der Kamera und die Benachrichtigungen - können Sie dauerhaft oder für einen begrenzten Zeitraum – 3 Stunden, bis 20.00 Uhr und bis 7 Uhr am nächsten Morgen – ausschalten.

Ereignisse-Anzeige: Übersichtlich

Im unteren Bereich des Bildschirms listet die App alle Ereignisse auf. Also beispielsweise das Ein- und Ausschalten der Kamera (Kamera online und offline) und alle erkannten Bewegungen. Alle erfassten Ereignisse sind chronologisch aufgelistet, die neuesten Ereignisse ganz oben. Die aufgezeichneten MPEG-4-Videoclips (mit 1080p) können Sie sich so lange anschauen, bis diese durch neuere Clips überschrieben werden.

Videos doppelt gesichert: Lokal und in der Cloud

Die Videosequenzen, die die Kamera aufnimmt, wenn sie ein Ereignis (Bewegung) erkennt, werden verschlüsselt lokal auf der vorinstallierten 8-GB-Micro-SD-Speicherkarte in der Kamera gespeichert (wir konnten im Test die Speicherkarte nicht am PC auslesen). Die Videosequenzen werden von dort verschlüsselt in die Bosch-Cloud übertragen, sofern der Nutzer dem zugestimmt hat. Damit stehen die Aufnahmen vollumfänglich zur Verfügung, auch wenn ein Einbrecher die Kamera mitnimmt oder die SD-Karte löscht oder zerstört.

200 Ereignisse/Videos werden 15 Tage lang in Ihrem Benutzerkonto gespeichert und sind jederzeit abrufbar. Der jeweils älteste der 200 Videoclips wird durch den neuesten überschrieben. Auf die Videos kann – aus Sicherheitsgründen - von außerhalb der App nicht direkt zugegriffen werden.

Wichtige Videoclips können Sie markieren und so vor dem Löschen schützen. Bis zu 25 Events können so als Favoriten markiert werden. Sie werden dadurch dauerhaft gespeichert und nicht überschrieben. Das klappte im Test zuverlässig, ebenso wie die Bewegungserkennung und die Benachrichtigung darüber.

Alle Ereignisse löschen bis auf die markierten.

Die Videos beziehungsweise die Standbilder können Sie direkt aus der App heraus via Mail, Whatsapp oder ähnliches teilen. Das klappte im Test gut. Ein automatisierter Mailversand ist allerdings nicht möglich.

Wenn Sie die vorhandenen Ereignisse als „gelesen“ markieren, sind sie auf der Startseite der App gelöscht und Sie haben mehr Übersicht. Im Untermenü „Alle ansehen“ sind die Ereignisse aber auch weiterhin einsehbar.

Der von der Kamera erfasste Bereich lässt sich von der App aus verschieben.

Kamera von der App aus schwenken

Sie können in der App jederzeit die Kameralinse horizontal nach links oder rechts schwenken. Das passiert aber immer mit ein paar Sekunden Verzögerung. Zudem müssen Sie dafür das Echtzeitbild erst einmal verlassen. Das könnte man sicherlich intuitiver lösen, hier hat die App noch Verbesserungsbedarf.

Gegensprechanlage: Etwas holprig

Wenn Sie sprechen wollen, müssen Sie den Mikrofon-Button gedrückt halten. Durch die Kombination aus Mikrofon und Lautsprecher wird die Bosch-Kamera zur Gegensprechanlage. In der Praxis empfanden wir die Kommunikation aber als etwas holprig. Zwar sahen wir über die App immer wer sich vor der Kamera befand. Doch der Text unseres Gesprächspartners erreichte uns mitunter nur abgehackt, wir verstanden manchmal nur Gesprächsfetzen. Unser Gesprächspartner konnte uns dagegen einigermaßen solide verstehen. Insgesamt war der Sprachkomfort bei der Gegensprechanlage noch okay, aber nicht besonders gut. Diesbezüglich gefiel uns die Gegensprechanlagenfunktion der Omna 180 HD besser.

Kamera erkennt und verfolgt Bewegungen: Cool

Zu den Stärken der Bosch-Überwachungskamera gehört ihr Bewegungssensor. Bosch hat den Sensor im unteren Bereich der Kamera verbaut. Er überwacht den gesamten 360-Grad-Bereich um die Kamera – daher der Name der Kamera. Sobald der Sensor eine Bewegung rund um die Kamera erkennt, dreht sich die Kameralinse zu dem erkannten Ereignis hin und liefert sofort das Bild dazu auf die App. Dabei reagiert der Bewegungssensor bereits auf Handgefuchtel und nicht nur auf großflächige Bewegungen ganzer Körper.

Die Kamera zeichnet also nicht durchgehend auf, was in ihrem Beobachtungsfeld passiert, sondern zeichnet erst auf, wenn der Bewegungssensor eine Bewegung erkennt.

Pre Recording

Innerhalb der Videosequenzen bieten die Bosch Kameras ein „Pre Recording“-Feature. In der Kamera werden immer die letzten 5 Sekunden Videoaufnahme zwischengespeichert. Falls ein Ereignis erkannt wird, werden diese 5 Sekunden Videoaufnahme, die der Bewegung vorangegangen sind, für die Videosequenz verwendet, aber auch die Sekunden ab der Bewegung. Das bedeutet, dass der Anwender in der Videosequenz nicht erst den Moment sieht, wenn eine Person im Blickfeld der Kamera ist, sondern schon die 5 Sekunden davor, also z.B. wie diese Person den Raum betritt.

Livestream jederzeit abrufbar

Sie können mit der App aber auch jederzeit aktiv den Livestream mit Ton abrufen, um zu Hause nach dem Rechten zu sehen. Das Bild, das Sie im Live-Stream sehen, ist um rund drei Sekunden verzögert. Im Test klappte das zuverlässig und ohne Ausfälle. Bewegt man sich schnell vor der Kamera hin und her, folgte einem die Kameralinse ebenso zuverlässig.

Bewegungserkennung lässt sich einstellen

Unter „Einstellungen“ können Sie die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung festlegen. Eine spezielle Funktion, die verhindert, dass die Kamera bei Tieren auslöst, gibt es nicht, Sie müssten also mit der Empfindlichkeitseinstellung so lange herumexperimentieren, bis Ihre Haustiere hoffentlich nicht mehr erkannt werden. Sie können anders als bei der Omna 180 den Überwachungsbereich aber nicht gezielt eingrenzen.

Außerdem können Sie hier die Zeiten festlegen, zu denen die Bewegungserkennung funktionieren soll. Sie können hier die Kamera also so konfigurieren, dass sie nur aufzeichnet und auf Bewegungen reagiert, wenn Sie beispielsweise in der Arbeit und nicht zu Hause sind.

Schade: Was allerdings nicht geht, ist ein standortabhängiges Ein- und Ausschalten der Kamera. Die Kamera schaltet sich also nicht automatisch ein, wenn Sie die Wohnung verlassen und demzufolge auch nicht wieder automatisch ab, wenn Sie die Wohnung betreten.

Sie können die Empfindlichkeit des Bewegungssensors einstellen und festlegen, wann Sie die Benachrichtigungen empfangen wollen.

Benachrichtigungen: Zuverlässig

Außerdem schickt Ihnen die Kamera bei einer erkannten Bewegung zeitnah eine Benachrichtigung auf Ihr Smartphone. Das klappte im Test zuverlässig. Falls sich vor der Kamera viel tut, landen aber auch viele Benachrichtigungen auf Ihrem Smartphone.

Der Bosch-Cloud-Dienst verschickt außerdem Nachrichten, wenn die Kamera keine Verbindung mehr hat und wenn sie wieder eine Verbindung hat. Diese Benachrichtigungen kommen ebenfalls zeitnah, manchmal bereits nach zirka einer Minute.

Links sind wir zirka zwei Meter von der Kamera entfernt, rechts beträgt die Entfernung noch einen Meter.

Nachtsichtfähig: Geht so

Wie schon die Omna 180 HD liefert auch die Bosch 360-Grad-Kamera ein Nachtbild mit Hilfe von Infrarotsensoren. Die Qualität der Nachtaufnahmen war aber nicht berauschend, wir mussten uns schon direkt vor die Kamera stellen, damit wir auf der App erkannt werden konnten.

Sie können die Kamera ruck, zuck abschalten.

Privatsphärenschutz: Gelungen

Die Bosch 360-Grad-Kamera garantiert Diskretion, wenn sie nicht filmen soll: Sie können die Kamera nicht einfach nur abschalten oder ausstecken, sondern versenken die Linse und das Mikrofon im Gehäuse, so dass die Kamera definitiv kein Bild aufzeichnet. Das geht ganz bequem von der App aus. Alternativ können Sie mit dem Finger innerhalb von einer Sekunde zweimal hintereinander senkrecht von oben auf den Kamerakopf tippen, damit sich die Kamera ausschaltet beziehungsweise einschaltet. Dieses Ausschalten von Hand erfordert aber etwas Fingerspitzengefühl, die Oberfläche der Kamera muss genau richtig getroffen werden, damit sie einfährt. Ebenso kann man die Kamera mit dem gleichen doppelten Fingertipp wieder einschalten.

Die Kamera ist ausgeschaltet.

Anders als Omna 180, Nest Cam oder Arlo bietet die Bosch 360-Grad-Kamera also einen gelungenen Privatsphäre-Schutz, der noch dadurch verstärkt wird, dass die Kamera eine Melodie abspielt, sobald sie sich ein- oder ausschaltet. Langfristig könnte aber vielleicht das Problem auftreten, dass der Ein- und Ausfahrmechanismus durch Staubkörner/Fremdkörper blockiert wird.

Die gespeicherten Videos.

Stromverbrauch

Die Bosch 306 Grad Innenkamera verbraucht 2,6 Watt, wenn sie eingefahren ist und nicht aufzeichnen kann (völlig ausgeschaltet ist sie so aber nicht). Nimmt die Kamera dagegen auf, ist sie also ausgefahren, dann sind es 2,7 bis 2,9 Watt Leistungsaufnahme. Wenn die Kamera ihre Linse dreht, dann verbraucht sie für einen kurzen Moment 3,6 Watt.

Sie können die Kamera jederzeit ganz vom Stromnetz trennen, um Strom zu sparen, Denn die Kamera ist nach wenigen Sekunden wieder betriebsbereit, sobald Sie sie wieder mit der Steckdose verbinden.

Preis, Lieferumfang und Alternativen

Bosch verlangt rund 190 Euro für die 360-Grad-Innenkamera. Neben der Kamera liegen eine gedruckte Kurzanleitung, ein Stromkabel und Ausland-Adapter für die Steckdose bei. Gut: Die microSD-Karte ist bereits in der Kamera eingelegt, wenn sie beim Kunden eintrifft.

Damit liegt die Bosch-Kamera preislich in etwa auf einer ähnlichen Flughöhe wie die Blink von Amazon (zuverlässig im Betrieb und ohne zusätzliche Cloud-Kosten) oder die Nest Cam Indoor ( bei der aber noch die hohen Abo-Kosten für den Cloud-Speicher dazukommen) oder die D-Link Omna 180 HD, bei der die Verbindungsaufnahme manchmal stockt und die zwingend eine Apple-Homekit-Zentrale voraussetzt. Alle diese genannten Einschränkungen beziehungsweise Zusatzkosten gibt es bei der Bosch 360-Grad-Innenkamera nicht.

Lese-Tipp: Die besten Überwachungskameras

Fazit: Kaufempfehlung

Die Bosch 360-Grad-Innenkamera gefällt uns gut. Sie lässt sich vorbildlich einfach in Betrieb nehmen und intuitiv bedienen. Während des Testzeitraums hatten wir zu keinem Zeitpunkt eine Störung oder ein Verbindungsproblem.

Die App könnte Bosch noch aber an der einen oder anderen Stelle verbessern. Zum Beispiel könnte das Verschieben des Kamerafokus etwas flüssiger gehen. Insgesamt kommt man mit der App aber gut klar.

Die Vorteile der Bosch-Kamera gegenüber konkurrierenden Modellen: Sie benötigen keine zusätzliche Basisstation am Router für die Kamera, wie es beispielsweise bei der Arlo Pro der Fall ist. Und sie erfordert auch keine Homekit-Zentrale wie ein AppleTV oder ein iPad, sondern arbeitet - unabhängig von zusätzlicher Hardware/Software - nur per WLAN mit Ihrem Router verbunden.

Besonders gut gefällt uns auch der gelungene Privatsphäre-Schutz und dass keine Folgekosten beispielsweise durch die Nutzung des Online-Speichers entstehen.

Die Nachteile : Das relativ kurze Stromkabel schränkt etwas bei der Wahl des Standorts ein. Derzeit bietet die Bosch-360-Grad-Kamera noch keine Unterstützung für Siri oder Google Home. Das ist aus Datenschutz- und Privatsphäre-Gründen aber kein Nachteil - ganz im Gegenteil!

Störender empfinden wir dagegen, dass sich die Kamera nicht automatisch abhängig von Ihrem Aufenthaltsort ein- und ausschaltet. Ebenso fehlt ein Frontend, um mal eben vom Windows-, Linux-PC oder vom Mac aus auf das Kamerabild zugreifen zu können. Bei der Qualität der Nachtaufnahmen sowie der Ton-Qualität der Gegensprechanlage sollte Bosch ebenfalls noch nachbessern.