Apple wirbt gegen Fair Repair Act – Gesetz für faire iPhone-Reparatur

Peter Müller |
Apple bezahlt Lobbyisten dafür, gegen ein geplantes Gesetz zu argumentieren, das Reparaturen erleichtern würde. Auch andere Hersteller wollen den Fair Repair Act nicht.

Apple wehrt sich unter anderem in Zusammenarbeit mit Verizon und Handelsunternehmen gegen ein Gesetz, dass es leichter machen würde, das iPhone zu reparieren. Lobbyisten versuchen im US-Budesstaat New York Einfluss auf die Verabschiedung des Fair Repair Act zu nehmen und ihn letztlich zu verhindern, berichtet Motherboard . Das Gesetz würde Händler dazu verpflichten, Ersatzteile an die Allgemeinheit zu verkaufen, so dass nicht mehr alleine die Hersteller defekte Elektrogeräte reparieren könnten. Ebenso dürfe keine Software den Austausch von Bauteilen blockieren, Hersteller müssten Reparaturanleitungen öffentlich zugänglich machen.

Apple dürfte vermutlich in allen elf Bundesstaaten, in denen der Fair Repair Act vor der Verabschiedung steht, dagegen vorgehen. Allein in New York verlangen aber strenge Gesetze, die Tätigkeiten von Lobbyisten offen zu legen. Nicht nur Apple gibt für diese Maßnahme Geld aus, auch Toyota, Lexmark, Caterpillar und die Versicherer von Asurion schicken ihre Lobbyisten los.

Die Argumente Apples gegen ein derartiges Reparaturgesetz betonen stets Sicherheitsaspekte. Reparaturen, die nicht autorisiertes und geschultes Personal vornimmt, könne demnach mehr Schaden anrichten als wieder gut machen. Zudem könnten Apples Industriegeheimnisse in Gefahr geraten, wenn der Hersteller Komponenten offen legen müsste. Im Frühjahr hatte Apple bereits einen Lobbyisten nach Nebraska geschickt, um gegen die dort geplante Umsetzung des Fair Repair Act vorzugehen.

Was passieren kann, wenn nicht autorisierte Bauteile bei einer Reparatur zum Einsatz kommen, mussten vor einem guten Jahr zahlreiche Anwender erfahren die bei ihrem iPhone 6 das Display und damit auch die Touch ID austauschen ließen. Nach einem Systemupdate ließ sich das iPhone nicht mehr startet, es zeigte stattdessen nur den Fehler 53 an. Diese Maßnahme war dazu gedacht, die Umgehung der Touch ID zu erschweren. Die Softwarebremse hat Apple in der Zwischenzeit wieder ausgebaut.

Reparaturen bei Drittherstellern sind meist günstiger als die im Apple Store, zuletzt hatte Apple wieder die Preise für den Austausch des Display beim iPhone 4S erhöht, statt 180 Euro zahlt man dafür nun 240 Euro - lohnt sich also kaum noch. Bisher sind Reparaturen von Dritten auf einfach zu beschaffende und austauschbare Bauteile wie eben das Displayglas beschränkt, wenn es an die Innereien geht, kann nur Apple weiterhelfen. Das soll das US-Gesetz nun ändern.