Apple kauft Texture: "Netflix für Zeitschriften"

Peter Müller |
Apple hat im März "Texture" übernommen, einen Dienst für Nachrichten-Abos. Nun verhandelt das Unternehmen mit großen Verlagen.
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Update vom 10. September:   Nachrichten im Abo: Apple will sein im März übernommenes "Netflix für Zeitschriften" ausbauen, berichtet "Recode". Apple sei dafür in Gesprächen mit großen Tageszeitungen wie der "New York Times", der "Washington Post" und dem "Wall Street Journal", damit diese ihre Inhalte für den Abo-Service bereitstellen. Die Verhandlungen führe Apples Eddy Cue, bei Apple wollte jedoch niemand den Bericht kommentieren. Derweil hat Apple eine neue Chefin für das News-Geschäft geheuert, Liz Schimel, wie Cult of Mac zu berichten weiß . Schimel hatte zuletzt das China-Geschäft des Großverlages Condé-Nast geleitet.

Update vom 17. April : Die Übernahme von Texture hat Folgen, wie " Bloomberg " berichtet. Schon bald wolle Apple das Angebot in seine News-App übernehmen und diese zu einem Premium-Abo-Service für Zeitschriften ausweiten, verraten informierte Kreise dem Wirtschaftsnachrichtendienst. Nach der im März angekündigten Übernahme habe Apple etwa 20 Mitarbeiter von Texture entlassen und integriere den Rest in das Team von Apple News. Fertig werde der Service aber erst im kommenden Jahr sein, von den zehn US-Dollar Monatsgebühren bekommen die Verlage, die Inhalte bereit stellen, einen wesentlichen Teil ab. Derzeit laufen noch Verhandlungen, Apple verweigert jeden Kommentar zur Angelegenheit. Die News-App ist nach wie vor nicht in Deutschland nutzbar, lediglich das zugehörige Widget zeigt auf den Bildschirmen von iPhones und iPads Verweise auf interessante oder relevante Artikel. Das "Netflix für Zeitschriften" müsste sich hierzulande etwa mit Readly um Marktanteile streiten.

Meldung vom 13. März:   Apple hat den Distributor von digitalen Magazinen Next Issue Media samt seiner App Texture übernommen , der etwa 200  Zeitschriften in seinem Portfolio in digitalen Ausgaben vertreibt. Der Service läuft unter iOS und Android, Apple wolle nach der Übernahme hieran nichts ändern. Next Issue Media war bisher von einem Konsortium aus Verlagen und einem Venture-Kapital-Geber im Jahr 2009 gegründet und 2010 als  "Netflix oder Hulu für Zeitschriften" an den Start gegangen.

Mittlerweile legt die App Texure (nur im US-Store erhältlich) nicht mehr nur Wert auf den Zugang zu kompletten Magazinen, sondern bereitet daraus auf den individuellen Interessen des Lesers basierend, die für ihn besten Texte auf. Die Leseflatrate kostet zehn US-Dollar im Monat. Über den Kaufpreis schweigt sich Apple aus, vermutlich dürfte aber der Risikokapitalgeber KKR seine im Jahr 2015 investierten 50 Millionen US-Dollar mit Zinsen zurückbekommen haben und auch die Publisher Condé Nast, Hearst, News Corp und Meredith sollten mit dem Deal zufrieden sein.

Eddy Cue, Apples "Senior Vice President of Internet Software and Services" ist es jedenfalls und freut sich in der Pressemitteilung: "Wir sind erfreut, dass Texture sich Apple anschließen wird, zusammen mit einem beeindruckenden Katalog von Magazinen, von denen viele von den führenden Verlagen der Welt stammen." Apple sehe sich dem Qualitätsjournalismus von vertrauenswürdigen Quellen und Marken verpflichtet, Magazine sollten auch weiter in der Lage sein, "wunderschön gestaltete" und gewinnende Geschichten für ihre Leser zu produzieren. Zu den Magazinen in der App gehören Marken wie GQ, Time oder der National Geographic.