12 Antivirus-Lösungen für Mac im Vergleich

Stephan Wiesend |
Viren sind auf dem Mac noch recht selten, sicherheitsbewusste Anwender suchen aber trotzdem eine gute Antivirensoftware. Wir vergleichen zwölf aktuelle Virenscanner.
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Vor allem nicht stören dürfen die Antivirenprogramme auf dem Mac. Das Betriebssystem von Apple erledigt den Rest.

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Ist der Mac denn noch sicher? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat so sein Zweifel, besonders Ransomware hat sich im Jahr 2017 als zunehmende Gefahr erwiesen. Wenngleich nach des Amtes Ansicht Windows- und Linux-System noch weit gefährdeter sind. Doch kann es – fast wie im richtigen Leben – keine absolute Sicherheit geben.

Achtung: Details zu den Einzelergebnissen finden Sie weiter unten im Text.

Aber im Unterschied zur von Viren geplagten Windows-Plattform sind Schadprogramme, auch Malware genannt, auf dem Mac eher selten. So muss Apples ins System integrierter Download-Schutz Xprotect bei Redaktionsschluss Mitte 2018 gerade einmal knapp 93 Schädlinge blockieren – vor allem Adware wie Genieo-Varianten. So sammelte das Institut AV-Test 2017 immerhin 35812 Mac-Malware-Samples, dagegen 66 Millionen Windows-Viren!

Trotz geringer Gefährdung ist das Angebot an Mac-Virenscannern überraschend groß. Fast alle bekannteren PC-Scanner sind für macOS verfügbar, wir testen eine Auswahl von 12 Programmen. In unserem Test für 2018 treten die kostenlos nutzbaren Tools von Avira und Avast gegen kostenpflichtige Virenscanner von Kaspersky , Bitdefender , Norton , Trend Micro , , F-Secure und Intego an. Die Meßdaten für die Erkennung von Mac-Viren stammen vom Institut AV-Test , das die Messungen Mitte 2018 und unter macOS High Sierra durchführte. Vier Antiviren-Lösungen für Unternehmen sind ebenfalls mit dabei: Die Firmenversion von Bitdefender, Sentinel One , McAfee und Sophos prüfen wir in der für Firmenanwender konzipierten Version. Hinweis: Interessant für Heimanwender sind allerdings auch die Testergebnisse von Sophos und McAfee: Von beiden Anwendungen gibt es Versionen für Privatkunden, die Scan-Ergebnisse von Sophos Home und McAfee Safe sollten denen der Firmenversionen entsprechen.

High Sierra

Neu bei High Sierra ist die Schutzfunktion Secure Kernel Extension Loading (SKEL). Bei der Installation eines Virenscanners unter High Sierra ist deshalb jetzt ein zusätzlicher Schritt nötig. Während der ersten Installation sieht der Nutzer eine Warnung des Systems, dass eine Systemerweiterung installiert werden soll. Dies muss man über die Systemeinstellung "Sicherheit" ausdrücklich erlauben. Dazu klickt man wie im Warnfenster erläutert unter "Allgemein" auf den Button "Allow".

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Unter High Sierra muss man die Installation der Antivirensoftware über die Systemeinstellung "Sicherheit" erlauben.

12 Mac-Antivieren im Test: Zuverlässigkeit bei der Virenerkennung

Wichtigste Aufgabe einer Antivirensoftware ist die zuverlässige Erkennung von Mac- und Windows-Viren. Der Aufwand ist für die Hersteller hoch und die Rangfolge unter den Antivirensoftware-Programmen kann sich schnell ändern.

Das magere Aufkommen an Mac-Malware beeinflusst die Anzahl der Testobjekte: Beim Test durch das Labor von AV-Test müssen die Probanden lediglich 507 ausgesuchte Mac-Schädlinge identifizieren, die in den letzten vier Monaten auftraten. Das Test-Sample an Windows-Viren umfasst dagegen 2687 Schädlinge. An der lästigen Adware, auch PUA genannt, herrscht auf dem Mac kein Mangel. Hier stehen 2666 Testobjekte zur Verfügung.

Die Erkennung der Mac-Malware hat sich gegenüber früheren Jahren verbessert, sieben Programme erkennen alle 507 Mac-Malware-Objekte und erreichen hier die Bestnote. Noch akzeptabel sind die Ergebnisse von Sentinel und McAfee , mit 96,4 Prozent Erkennungsleistung zeigt allerdings F-Secure Schwächen.

Bei der für Firmenanwender wichtigen Erkennung von Windows-Viren sind die Unterschiede größer – einige Hersteller verzichten nämlich komplett auf gute Windows-Virenerkennung. Viel zu wenige PC-Viren erkennen Intego , Sentinel One und F-Secure und Norton . Auch Avira und Avast bleiben mit 95 Prozent Erkennungsleistung unter den Erwartungen.

Es gibt aber neben Erpresser- und Schadsoftware auch Lästlinge. Bei diesen Potentially Unwanted Applications handelt es sich beispielsweise um System-Tuner wie Macbooster, die sich über Freeware-Installer auf den Rechner schmuggeln oder Werbetools. Besonders schlecht schneiden hier F-Secure Sentinel One mit 30 und 20 Prozent Erkennungsleistung ab, aber auch Intego zeigt hier Schwächen. 99 Prozent Erkennung schaffen dagegen Avast, Bitdefender, Sentinel One und Trend Micro. Erfreulich: Kasperksy zeigte hier in früheren Jahren Schwächen, liefert aber nun hervorragende Leistung. Damit landet der russische Scanner wieder mit Bitdefender und Trend Micro ganz vorn in der Testwertung.

Zwischenstand Virenerkennung: Ist gute Erkennung aller drei Schädlingsarten wichtig, empfehlen wir Bitdefender oder Trend Micro. Das kostenlose Tool von Avast bietet aber ebenfalls eine akzeptable Erkennungsleistung.

12 Antivieren im Vergleich: Bedienkomfort und Funktionsumfang

Vergleicht man Bedienkomfort und Funktionsumfang, gibt es wenig auszusetzen. Allgemein scheint sich die Optik der Virenscanner immer mehr anzunähern.

Nicht überzeugen kann uns ein weiterer Trend, die Einführung von Web-Accounts wie etwa bei Sophos und Bitdefender : Immer mehr Programme sind nämlich in den aktuellen Versionen an einen Web-Account gekoppelt, über den man die Programme verwaltet und installiert. Die Idee ist, dass ein Nutzer die Installationen auf mehreren Geräten wie Desktop, iPad und Notebook über eine gemeinsame Weboberfläche verwaltet. Wir finden aber, dass dies die meisten Anwender wohl eher unnötig verwirrt. Auch Testversionen erhält man oft nur noch nach dem Anlegen eines Web-Accounts.

12 Mac-Antiviren: Sonderfunktionen

Vollausstattung bieten Kaspersky und Norton , so sind hier E-Mail und Browser-Schutzfunktionen Standard. Eine Firewall gehört zum Lieferumfang, wenn wir auch den Nutzen als begrenzt einschätzen, ist doch eine Firewall in macOS bereits integriert. Zeitgesteuerte Scans, etwa des Download-Ordners, sind ebenfalls Mangelware.

Viele der Programme sind in verschiedenen Ausstattungsvarianten zu haben. So ist Norton Security zwar schon in der Basisversion gut ausgestattet, zusätzlich sind aber noch funktionsreichere Programmpakete zu haben. Die teuerste Version Norton Security Premium bietet beispielsweise zusätzlich eine Kindersicherung und sicheren Cloud-Speicher. Ein Trend ist außerdem, dass viele Anbieter dem Nutzer zusätzlich ein VPN-Abo anbieten. Bei Avast wird bei der Installation die Installation einer Test-Version angeboten, die man eigens ablehnen muss. Meist sind diese Lösungen wie Avasts Secure Line VPN aber relativ teuer.

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Avast finanziert sich per optionalem VPN-Dienst

Gut: Die Hersteller Bitdefender, Intego, Trend Micro und Kaspersky bieten eine Version ihrer Scanner im App Store an. Vor allem die Version von Kaspersky macht dabei einen guten Eindruck, so kann die Software den Download-Ordner überwachen und automatisch Downloads prüfen.

iOS-Geräte benötigen übrigens keinen Virenscanner, allenfalls iPhones und iPad mit Jailbreak sind gefährdet. Für diese Geräte existieren bereits Schadprogramme wie Unflod .

Antivirus fürs iPhone und iPad – Sinnvoll oder Überflüssig?

Systemlast der Antiviren-Programme im Vergleich

Vor allem bei Macs mit herkömmlicher Festplatten ist ein Antivirenprogramm eine Systembremse. Bei Macs mit SSDs fällt das permanente Überwachen jeder Dateiaktivität aber kaum noch auf. So misst AV-Test beim Kopieren von Daten bei einem aktuellen Mac kaum noch Verzögerungen durch den Hintergrundwächter der Virenscanner. Nur die Lösung von Avira und F-Secure fallen hier unangenehm auf. Verzögern kann eine Sicherheitssoftware aber auch Programmaktivitäten, was wir mit der Berechnung von Prüfsummen und Schreiben von Zufallsdateien testen. Hier sind wieder Intego und F-Secure, aber auch Kaspersky eine besonders starke Systembremse. In geringerem Maß kann die CPU aber auch durch die Lösungen von Sophos gebremst werden. Bei den anderen Scannern ist kaum ein Unterschied messbar.

Beim Download von Daten wird man unter Umständen von Avast ausgebremst. Das liegt daran, dass das Tool zusätzlich als "Mail-Schutz" und "Web-Schutz" alle Datentransfers schon bei der Übertragung überprüft. Man könnte diese Schutzfunktionen aber über die Voreinstellungen ausschalten.

Leider bieten nicht alle Antivirenscanner zeitgesteuerte Überprüfungen an, das tägliche Scannen der E-Mail- und Download-Ordner ist nämlich eine interessante Alternative zu einem Virenscanner, der ständig im Hintergrund arbeitet. Sowohl bei Bitdefender als auch Avast muss man auf diese Funktion verzichten.

Antivirensoftware: Ausstattung und Bewertung

Alternativ-Tools für den Adware-Schutz

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Gegen Adware wie Browser-Erweiterungen sind Spezialtools wie Anti-Malware oft erfolgreicher.

Vor Adware schützen Antivirenprogramm oft nur begrenzt, da Werbeprogramme von Download-Seiten wie Chip und Mac-Update von vielen Virenscannern nicht als Malware eingestuft werden. Grund dafür ist, dass Adware wie Browser-Erweiterungen oder Demo-Versionen von Mackeeper schließlich vom Nutzer selbst installiert werden. Antivirenhersteller müssen aber darauf achten, Demoversionen und Adware nicht fälschlicherweise als Malware einzustufen. Hier sind oft schnelle Tests mit einer Anti-Adware-App  wie Malwarebytes Anti-Malware oder dem schnellen DetectX sinnvoller, die nur wenige Sekunden dauern. (Hinweis: Malwarebytes Anti-Malware ist kostenpflichtig, die Mac-Version kann aber kostenlos für manuelle Scans genutzt werden.)

Schutz beim Surfen – ein problematisches Versprechen

Viele Softwarehersteller bieten Browser-Erweiterungen für mehr Surf-Sicherheit. Bitdefender bietet beispielsweise die Lösung „Traffic Light“, Norton eine spezielle „Norton Toolbar“  Kaspersky zusätzlich eine virtuelle Tastatur für sichere Anmeldungen. Eine Besonderheit des Trend-Micro-Angebotes ist eine Browser-Toolbar für mehr Datenschutz. Neben dem obligatorischen Prüfen von verdächtigen Links kann man damit auch die Datenschutzeinstellungen von Facebook, Twitter, Google Plus und Linkedin verbessern. Unterstützt werden Firefox, Chrome und Safari.

Fast alle Antivirensoftware-Hersteller nutzen Webdatenbanken mit bekannten Spam- und Malware-Seiten, die beim Aufruf sofort geblockt werden. Vor nach Informationen spähenden Phishing-Seiten schützten diese Erweiterungen leider nur begrenzt, diese sind nämlich oft nur kurze Zeit aktiv. Als Stichprobe geben wir einige per Phishing-Emails erhaltene Adressen über die Webseite Virustotal ein, die auf gleich 68 dieser Online-Datenbanken zugreift. Enttäuschend: Nur vereinzelt schlägt eines der Angebote Alarm. Vorsichtsmaßregeln sollte man also weiterhin beachten: Gibt ein von einer E-Mail getäuschter Nutzer freiwillig Bank- oder Kreditkartendaten weiter oder klickt auf jeden E-Mail-Link, ist jedes Schutzprogramm machtlos.

Antivirensoftware für Mac als Fehlerquelle

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Sophos Home ist ein guter kostenloser Scanner, der aber bei Adware und PC-Malware Schwächen zeigt.

Virenscanner können die Performance verschlechtern, sie können sich aber auch negativ auf die Systemstabilität auswirken. Zum Ärgernis wird der Scanner, wenn das Tool eine Fehlfunktion aufweist. So kann es Verzögerungen bei Time-Machine-Backups geben oder die Systemlast plötzlich extrem ansteigen. Probleme treten bei vielen Virenscannern immer wieder auf und sind ein Grund, warum viele Mac-Anwender die Scanner ablehnen. Nicht zu Unrecht behaupten viele Mac-Profis, Virenscanner verursachten mehr Ärger, als sie beseitigen. Empfehlenswert sind Antivirenprogramme nach unserer Meinung nur für professionelle Anwender, weniger für Heimnutzer.

Aktuelle Antiviren Software im Macwelt Preisvergleich

Aktuelle Antiviren Software für den Mac
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Kaspersky Internet Security zu aktuellen Bestpreisen

Bitdefender Antivirus zu aktuellen Bestpreisen

•  Norton Internet Security zu aktuellen Bestpreisen

Intego Internet Security zu aktuellen Bestpreisen

Mcafee Internet Security for Mac zu aktuellen Bestpreisen

Avira Internet Security zu aktuellen Bestpreisen

Kaufempfehlung: Antivirenprogramme

Wer zu Hause an einem Mac arbeitet braucht keinen Virenscanner, ein Hintergrundscanner verursacht hier mehr Ärger als Nutzen. Um verdächtige Dateien und gelegentlich das System zu überprüfen, genügt ein kostenloser Scanner. Wichtiger sind Vorsicht beim Umgang mit Internet-Angeboten und Downloads. Jedes Sicherheitssystem ist machtlos, wenn Anwender Kreditkartendaten weitergeben oder ohne Nachdenken Dateianhänge öffnen

Privat Ein Virenscanner ist nur begrenzt sinnvoll. Für den manuellen Scan von Daten empfehlen wird die kostenlose Version von Bitdefender im App Store, alternativ die Apps von Trend Micro , Avira und Kaspersky .

Profi-Einsatz Benötigt man aus beruflichen Gründen einen hochwertigen Virenscanner, empfehlen wir Bitdefender oder Trend Micro. Diese Programme bieten beste Virenerkennung und die zusätzliche Systemlast war im Test kaum messbar. Benötigt man mehr Funktionen wie VPN und Kindersicherung, ist die Lösung Total Security von Kasperksy einen Blick wert.                                                                                 

Stephan Wiesend

Virenerkennung

Für unseren Test der Erkennung von Mac-Viren nutzen wir die Ergebnisse des Prüfinstituts AV-Test
In einem aktuellen Test des Instituts müssen die Virenscanner ein Test-Sample von neuen Mac-Viren erkennen. Im Vergleich zu Millionen an PC-Viren ist dies eine niedrige Anforderung. Viele Scanner zeigen vor allem beim Erkennen von PC-Viren oder Adware Schwächen.

Schutz durch OS X

Selbst Apple musste das Vorhandensein von Mac-Malware anerkennen und schützt das System seit OS X 10.6 mit folgenden Tools

Xprotect  Das System prüft jeden Download per Browser und Mail und blockt beispielsweise Schädlinge wie Genieo . Allerdings gelangen Schädlinge oft über Flash, PDFs und Java auf den Mac und Apple aktualisiert Xprotect nur unregelmäßig. Das simple System ist außerdem bereits von l eicht abgewandelten Viren überfordert . Eine nachträgliche Durchsuchung des Systems ist damit ebenfalls nicht möglich.

Gatekeeper Diese Funktion prüft vor jeder Installation eines Programms, ob es eine Signatur besitzt. Ist ein Tool nicht aus dem App Store, bemängelt Gatekeeper dies ebenso wie ein fehlendes Zertifikat eines Entwicklers. Beschränkt man sich auf die Installation von Programmen aus dem App Store und bei Apple registrierte Entwickler, sorgt Gatekeeper für ein hohes Maß an Sicherheit. Allerdings sind längst nicht alle Anwendungen per App Store verfügbar, neben vielen Adobe- und Microsoft-Apps betrifft dies einen Großteil der Open-Source-Software und alle von uns getesteten Programme - sie greifen nämlich zu tief ins System ein, um über den App Store vertrieben zu werden. Nicht verhindern konnte Apples Sicherheitssystem außerdem die Verbreitung des Schädlings Flashback , der eine Sicherheitslücke der Java-Umgebung ausnutzte. Fehler des Plug-ins Flash sind ebenfalls öfter Einfallstore für Hacker.

Tipp Flash sollte man möglichst deaktivieren, Java besser deinstallieren.

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