MIt einem (oder zwei) externen Monitoren wird das Home Office viel komfortabler

Arbeitet man im Home-Office den ganzen Tag an einem Notebook, vermisst mancher sehr bald seinen alten Büro-Monitor: Das gesamte Macbook-Lineup ist zwar mit hervorragenden Retina-Bildschirmen ausgestattet, teilweise sogar mit True-Tone-Funktion. Trotzdem sind gerade die kleineren Macbook-Modelle im 13-Zoll-Format einfach nicht optimal für dauerhaftes Arbeiten: Die Darstellung ist klein, und die vornübergebeugte Position beim Arbeiten mit den kleinen Macs verursacht im Zweifel Rückenschmerzen oder Smartphone-Nacken . So gilt für viele Nutzer: Größer ist besser – weshalb kein Macbook-Nutzer auf einen externen Bildschirm samt Maus und Tastatur verzichten sollte.

Die Monitore in der Übersicht

Im Folgenden haben wir Ihnen eine Reihe der Monitor-Modelle zusammengestellt, die sich ideal für den Mac eignen. Alle Modelle mit Standard-Auflösung können in der Regel direkt oder per Adapter an jedem Mac der letzten acht Jahre angeschlossen werden. Anders herum geht das leider nicht zwangsläufig: Besitzt ein Monitor nur Thunderbolt 3- oder USB-C-Eingänge , ist leider Mac-seitig ein aktuelles Gerät mit entsprechendem Anschluss nötig. Ansonsten können Sie aber frei entscheiden, welches Modell für Sie das Richtige ist.

Benq PD2725U

An Grafiker, Architekten und 3D-Artists richtet sich der 4K-Monitor von Benq, der auch einer der wenigen Monitore mit zwei echten Thunderbolt 3-Ports ist. Bis zu 65 W werden an einem der beiden Ports für ein Macbook bereitgestellt. Das Display unterstützt außerdem 100 Prozent sRGB, 95 Prozen DCI-P3 und Display HDR 400. Für 999 Euro ist der Monitor zu haben. Eine Besonderheit bei den Profi-Monitoren von Benq ist ein kleiner Hotkey Puck, mit dem man zwischen verschiedenen Modi wechseln kann.

Dell S2722QC

Ein neuer Dell-Monitor mit 4K-Panel und USB-C-Unterstützung ist der noch relativ günstige S2722QC. Der 27-Zoll-Monitor bietet ein höhenverstellbares Gehäuse, liefert bis zu 65Watt für Macbooks und kann sowohl per USB-C als auch über zwei HDMI-Schnittstellen angesteuert werden. Zielgruppe sind Heim- und Büroanwender, gegenüber dem höherklassigen und dem viel teureren UltraSharp U2770Q muss man etwa auf hohe Farbraumabdeckung verzichten. Dafür erhält man aber ein mattes und wenig spiegelndes Display. Listenpreis ist bei Dell 521 Euro, er ist aber im Fachhandel deutlich günstiger zu haben. Eine günstigere Version mit WQHD-Auflöstung gibt es ebenso.

Dell UltraSharp U2770Q

Auch an Foto- und Videografen richtet sich der U2770Q, der aus der professionellen UltraSharp-Baureihe stammt. Die Besonderheit ist ein besonders hoher Farbraum mit Abdeckung des P3-Farbraums von 95 Prozent, sRGB wird zu 99 Prozent abgedeckt und ist zudem werksseitig kalibriert. 1,07 Milliarden Farben kann der UltraSharp darstellen. Ein Vorteil:  Bis zu 90 W liefert der Monitor per USB-C, genug für ein großes Macbook Pro.

Listenpreis sind 956 Euro, der Monitor ist aber im Fachhandel mit hohen Rabatten zu haben.

EIZO FlexScan EV3895-WT

Soll der Bildschirm etwa größer sein ist Eizos neuer EV3895 eine interessante Lösung, das Curved Display bietet eine sehr breites Seitenformat mit 37,5-Zoll und 3840x1600 Pixeln. Eigentlich sind neben USB-C und Displayport auch Netzwerkkabel anschließbar, laut Berichten sorgen diese Zusatzfunktionen bei Macbooks aber zu Verbindungsprobleme. Eine Übersicht gibt es hier, mit Monterey sollten aber viele Probleme behoben sein. Listenpreis sind 1797 Euro, wahlweise in Schwarz oder Weiß.

Eizo EV2785

Neben den teuren Profi-Monitoren für farbkritisches Arbeiten bietet Eizo speziell für Office-Anwender gedachte Monitore der Linie Flexscan. Eines der Topmodell ist der EV2785, den es mit 4K-Auflösung für 1038 Euro gibt. Bis zu 60W können per USB-C übertragen werden, Besonderheiten sind ein sehr schmaler Monitorrand und ein sehr gut einstellbarer Monitorstand.

AOC U27P2CA

Der Monitor U27PCA ist gerade neu erschienen und unterscheidet sich vom Vorgänger U27P durch einen integrierten USB-C-Hub. Geboten wird 4K-Auflösung, ein höhenverstellbarer Standfuß und zumindest an drei Seiten ein schmaler Monitorrahmen. Laut AOC bietet er 126,5 % sRGB, 108,4 % AdobeRGB, 100,8 % DCI-P3 Leistung per USB-C beträgt 65 Watt, der Listenpreis beträgt 449 Euro. Verfügbar ist der Monitor auch mit 32-Zoll-Panel und beide Größen auch mit WQDH-Auflösung. 

 Eizo ColorEdge CS2731

Der japanische Hersteller Eizo ist für seine besonders hochwertigen Bildschirme bekannt. Gerade im Grafik-Sektor sind die Geräte beliebt, weil viele Modelle eine eigene Hardware-Kalibrierung besitzen, die mit der Mac-Software Color Navigator   angesteuert werden kann. Auch Eizos ColorEdge CS2731 besitzt eine entsprechende Funktion. Mit 10 Bit Farbtiefe (1,07 Milliarden Farben) und hochauflösender 16-Bit-LUT werden Farben auf dem 27 Zoll messenden WQHD-Bildschirm besonders brillant aufgelöst, wodurch er sich vor allem für Grafiker und Fotografen eignet. Anschlussseitig ist der Eizo mit Display-Port, DVI und HDMI ausgestattet, außerdem besitzt er einen integrierten USB-Hub mit drei USB-3.0-Buchsen. Wie alle Eizos besitzt auch der CS2731 einen ausgefeilten ergonomischen Standfuß.

HP Z32

Der 31,5-Zoll Bildschirm Z32 mit 4K-Auflösung ist ein echter Brummer für den professionellen Einsatz. Klobig und mattschwarz steht er wie der Monolith aus Kubricks „2001“ auf dem Schreibtisch. Dafür bietet er einiges, was vor allem professionelle Anwender interessieren dürfte: Neben der 4K-Auflösung mit 3.840 x 2.160 Pixeln und einem ausgesprochen hohen Kontrastverhältnis von 1.300:1 (statisch) und 5.000.000:1 (dynamisch) ist der entspiegelte Bildschirm hervorragend für Webdesigner, Coder und andere User, die viel Fläche benötigen, geeignet. Und dank des USB-C-Anschlusses wird er zur Workstation für all jene User, die unterwegs nichts weiter als ein Macbook (Pro) aktueller Baureihe benötigen. Der Clou: Der Z32 kann mit bis zu 65 Watt USB-C-Ladestrom auch Macbooks der 12- und 13-Zoll-Klasse per USB-C aufladen . Freunde des 15-Zöllers müssen allerdings eine Extra-Strippe zum Netzteil ziehen – oder mit deutlich längeren Ladezeiten als am originalen 87-Watt-Netzteil rechnen. Dennoch ist der HP-Monitor dadurch eine brauchbare Alternative zu den von Apple derzeit offiziell vertriebenen LG-Bildschirmen (siehe unten) und für Besitzer kleiner Macbooks eine vollwertige Dockingstation. Doch auch Macs ohne USB-C-Buchse können den Bildschirm nutzen: Er besitzt nämlich zusätzlich noch die „alten“ Anschlüsse Mini-DisplayPort und HDMI.

LG Ultrafine 4K

LG 4K

© Apple

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Mit dem 4K-Monitor LG Ultrafine 4K bietet Apple einen sehr ungewöhnlichen 24-Zoll-Monitor, der exklusiv über den Apple Store vertrieben wird. (Aktuell ist er aber offenbar vergriffen) Der von LG stammende neue Monitor gleicht seinem Schwestermodell Ultrafine 5K aufs Haar. Das Panel ist wie bei den Schwestermodellen ein IPS-Panel, laut Apple unterstützt es den P3-Farbraum, wie bereits die beiden Schwestermodelle. Insgesamt fünf Schnittstellen finden sich auf der Rückseite: Zwei Thunderbolt 3-Ports und drei weitere USB-C-Ports – letztere für Peripherie. Im Unterschied zum Vorgänger, bei dem drei USB-C-Schnittstellen nur mit USB-2-Tempo angebunden waren, liefern die USB-C-Schnittstellen aber jetzt mit 5 GBit volle USB-C-Geschwindigkeit. Größter Vorteil gegenüber dem Vorgänger mit 21,5-Zoll-Monitor ist aber wohl die Unterstützung von Thunderbolt 3. Sogar Daisy-Chaining wird unterstützt. Um ein Macbook Pro 15-Zoll gleichzeitig zu nutzen und aufzuladen ist  85W Leistung erforderlich, die der neue Monitor bietet.  Die aktuellen iPad Pro mit USB-C werden unterstützt, ebenso Macbooks mit 12-Zoll-Display. Auf ein mattes Display muss man allerdings verzichten.

LG UltraFine 5K Display

Monitor

© Apple

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Auch der LG UltraFine 5K ist exklusiv im Apple-Fachhandel zu haben, aktuell aber vergriffen : Das kam bei diesem Modell bereits öfter vor. Anders als andere Monitore ist er ausschließlich für den Einsatz am Macbook oder iMac Pro entwickelt: So besitzt er als einer der wenigen Bildschirme die Möglichkeit, die Helligkeit über die Mac-Tastatur zu regeln. Auch sonst bietet der mit 5.120 x 2.880 Pixeln auflösende Bolide interessante Features: Durch die Thunderbolt-3-Buchse mit 85 Watt Ladeleistung kann er zum Beispiel jedes aktuelle Macbook Pro aufladen, wodurch nur ein Kabel verbunden werden muss. Die größte Neuerung des Monitors gegenüber dem Vormodell ist, wie beim neuen 4K-Modell, die Unterstützung von USB-C. Das alte 5K-Modell unterstützt nur die Ansteuerung per Thunderbolt 3, Gerät mit USB-C blieben außen vor. Mit an Bord sind außerdem eine eingebaute Webcam sowie Lautsprecher mit immerhin 2 × 5 Watt. 1,07 Milliarden Farben und 99 % DCI-P3-Farbraumabdeckung machen das nicht ganz preiswerte Display auch für professionelle Fotografen und Bildarbeiter interessant.

USB-C und Thunderbolt 3 schränken die Auswahl ein – oder nicht?


Das Problem ist, dass aktuell alle Macbook-Modelle, von den neuen Pro-Modellen abgesehen, nur noch USB-C- beziehungsweise Thunderbolt-3-Ports haben. Glaubt man Apples Marketing, müssen deshalb auch (teure) Monitore mit entsprechender Anschlusstechnik her, etwa Topmodelle wie LGs UltraFine 5K . Das stimmt aber nicht: Die neue Schnittstelle ist hochflexibel – und ermöglicht mit den passenden Adaptern den Anschluss jedes Bildschirms , der halbwegs aktuell ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Modell mit HDMI-Anschluss oder Display-Port handelt, womit die meisten Computermonitore schon seit geraumer Zeit aufwarten. Treiber sind am Mac auch nicht nötig, es sei denn, der Bildschirm hat ausgefallene Spezial-Features wie eine Webcam: Unter macOS ist mit dem richtigen Adapter jeder Monitor – auch solche mit USB-Hub und Lautsprechern – sofort einsatzbereit. Prinzipiell ist USB-C natürlich komfortabler, weil man das Notebook parallel aufladen und Tastatur und Maus an den Monitor anstecken kann. Kein Wunder, dass die Hersteller Top-Monitore immer öfter mit USB-C-Schnittstelle ausstatten – und es den technisch sonst gleichen Monitor ohne USB-C oft als Schnäppchen gibt.

Mac bereinigen mit CleanMyMac X

Externe Monitore für den Mac: Es muss nicht zwingend hochauflösend sein

Ein weiterer Faktor bei der Auswahl eines Monitors für macOS betrifft die Auflösung: Viele User glauben, dass ein 4K- oder 5K-Display Pflicht ist. Das stimmt so jedoch nicht, was mit dem Arbeitsabstand bei den meisten externen Bildschirmen zu tun hat: Während man bei Mobilgeräten wie dem Macbook, dem iPad oder dem iPhone sehr nah am Bildschirm ist und deshalb bei Nicht-Retina-Auflösungen Pixel sehen kann, ist das bei externen Bildschirmen nicht der Fall. Apple hat das Retina-Display auch genau deshalb so genannt: Es ist so hochauflösend, dass bei typischem Betrachtungsabstand auf keinen Fall Pixel erkennbar sind. Bei einem Arbeitsabstand von ca. 80 Zentimetern zu einem externen Bildschirm kann das menschliche Auge jedoch schon die Einzelpixel eines 27“-WQHD-Monitors mit 2560 × 1440 Pixeln kaum noch auflösen: Ein solcher Monitor hat rund 109 Pixel pro Zoll, also knapp 43 Pixel pro Zentimeter. Das wiederum bedeutet, dass sich 4,3 Pixel auf einem Millimeter tummeln, was knapp oberhalb der Grenze des Auflösungsvermögens des durchschnittlichen menschlichen Auges liegt . Kurzum: Wer mit rund 80 Zentimeter Abstand am WQHD-27-Zöller arbeitet, dürfte bei normaler Sehstärke keine einzelnen Pixel mehr erkennen. Bei einem 27-Zöller mit HD-Auflösung ist die grobe Auflösung bei Fotos und sogar Schrift oft recht deutlich erkennbar.

4K/5K: Für Videoanwender relevanter als für Office und Gaming

Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit. Ein 5K-Monitor eines iMac oder 4K-Monitor wird meist mit skalierter Auflösung benutzt. Bei einem 5K-iMac werden dann vier Pixel für einen gesetzt und man hat die gleichen Bildschirminhalte eines WQHD-Displays vor sich. Das Bild ist aber dadurch viel schärfer. Auch ein 4K-Monitor kann gut mit skalierten Auflösungen genutzt werden. Nicht zuletzt ist für viele Video-Profis ein 4K-Monitor notwendig, wenn sie die Qualität eines 4K-Videos beurteilen wollen.

Und 4K- und 5K-Displays haben, allen optischen Vorteilen zum Trotz, noch immer einen  Nachteil: Grafikkarten älterer Macs müssen echt arbeiten, um die Pixelmassen darzustellen, was die thermische Belastung von älteren Macbooks deutlich erhöhen kann.

iPad als zweiten Monitor nutzen

Sollten Sie ein iPad besitzen, können Sie dieses ganz leicht in einen zweiten Bildschirm verwandeln. Möglich macht dies das Feature namens "SideCar" ab iOS 13. Wie Sie das iPad als "SideCar" einrichten, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Ratgeber. 

Weitere Features neben der Auflösung

Doch egal ob hochauflösend oder nicht: Bildschirme haben oft noch weitere Features, die sie von der Konkurrenz abheben. Praktische Funktionen sind zum Beispiel ein eingebauter USB-Hub oder die Möglichkeit, weitere Monitore per Daisy-Chaining hintereinander zu hängen, um nur einen Port im Multi-Monitor-Setup zu belegen. Ebenfalls praktisch sind eingebaute Lautsprecher, wobei diese bei den meisten Bildschirmen durch die geringe Größe eher von durchwachsener Qualität sind. Und natürlich ist ein höhenverstellbarer Fuß samt der Möglichkeit, den Monitor im Rahmen der sogenannten Pivot-Funktion um 90° zu kippen und auf diese Weise im Porträt-Modus zu betreiben, sinnvoll, aber nicht zwingend. Ebenfalls praktisch ist ein im Monitor-Gehäuse eingebautes Netzteil, da dadurch unnötiger Kabelsalat vermieden wird. Und zu guter Letzt sollte ein aktueller Monitor, zumindest, wenn er für Grafik oder Fotos benutzt wird, für den Mac auch den sRGB-Farbraum unterstützen.